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„Das Leben in einer solchen Welt muss ohne virtuelles Leben unfassbar viel präsenter gewesen sein, aber auch wahnsinnig eng und begrenzt“
Die Programmiererin Elisabeth, die passenderweise Beta genannt wird, nutzt eine neue App, mit der sie morgens geweckt wird, indem sie von irgendjemandem auf der Welt angerufen wird – für drei Minuten. Das kann ein Mädchen aus Indien sein, ein ehemals in Deutschland stationierter US-Soldat oder ein Typ, der sich Toboggan nennt und ein kurioses Profilbild hat. Nach den drei Minuten beendet die App den Call – aber an Toboggan ist Beta interessiert. Wie kann sie ihn wiederfinden? Sie richtet einen Blog ein, recherchiert über den Ursprung des Namens und stößt auf eine Geschichte über ein Schauspielerpaar aus den Zwanzigerjahren, das mit fantasievollen, riesigen Masken auf sich aufmerksam gemacht hat. Über Codes, versteckte Bilder und vom 3D-Drucker produzierte Insekten kommuniziert Beta mit Toboggan und versinkt in eine kleine Besessenheit für Lavinia und Walter und ihr Tanztheater.

Ich hatte so viel Spaß mit diesem Buch. Denn ich arbeite viel für Digitalagenturen und kenne diese Welt, die Berit Glanz hervorragend beschreibt: Es ist wirklich so, ich schwör’s. Dort sind alle jung und hip, differenzieren kaum zwischen Arbeit und Freizeit, sind mehr Freunde als Kollegen und formen die Zukunft – natürlich gemeinsam. Im Team. Sie können nicht ohne Internet, machen zusammen Urlaub, wobei sie da natürlich auch programmieren oder brainstormen, denn hej – it’s not work, if you’re doing what you love, is it? Am herrlichsten fand ich die Sache mit dem Bus, in dem sie arbeitenderweise durch die Gegend fahren, darüber hab ich sehr gelacht.

Diesem modernen, aufs Virtuelle ausgerichtete Handlungsstrang hat Berit Glanz verknüpft mit Episoden aus der Vergangenheit, die völlig konträr sind. Lavinia und Walter sind so weit entfernt von Betas Smoothie-Digital-Benchmark-Welt, wie sie es nur sein können, und es ist tricky, dass all die Hinweise auf die Zwanzigerjahre versteckt sind im Netz. Das macht den Roman zu einer literarischen Schnitzeljagd, und natürlich geht es in der großen Metapher dahinter um die Masken, die wir tragen, sei es im Job, sei es in der Liebe – und was mit uns geschieht, wenn wir demaskiert werden. Ein intelligentes, unterhaltsames Buch, das ich sehr gern gelesen habe.

Pixeltänzer von Berit Glanz ist erschienen bei Schöffling (ISBN 978-3-89561-192-6, 256 Seiten, 20 Euro).

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IMG_2577Frohe Weihnachten euch allen!
Ich danke euch für all die interessanten Kommentare und Beiträge 2014 und freue mich auf viele weitere im neuen Jahr. Möge es uns haufenweise gute Bücher bringen!
Merry Christmas wünscht
Mariki

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1240391_10153296988765578_1695180277_nEine zündende Idee schlägt Funken: Unser „We read Indie“- Projekt ist für den Virenschleuder-Preis 2013 nominiert. Wir freuen uns sehr und gehen jetzt auf Stimmenfang.

Der Virenschleuder-Preis wurde 2011 von Leander Wattig und Carsten Raimann ins Leben gerufen, um „ansteckendes Marketing sichtbar zu machen“, und wird in Kooperation mit der Frankfurter Buchmesse verliehen. Das Schöne an dem Preis ist, dass er nicht hinter verschlossenen Türen verhandelt wird: Auf dem Blog werden alle Nominierungen präsentiert, für die abgestimmt werden kann.

Im ersten Schritt darf man sich mit einem Projekt bewerben. Danach folgt eine Abstimmungsphase, aus der sich eine Shortlist ergibt. Aus der wählt dann die Jury jeweils einen Sieger in den folgenden drei Kategorien: 1. Marketing-Maßnahme/-Strategie, 2. Marketing-Idee und 3. Persönlichkeit. Weitere Informationen findet ihr hier.

Wie ansteckend wir sind, haben wir in den letzten Monaten bewiesen. Innerhalb von vier Monaten konnten wir auf Facebook über 1000 Fans gewinnen, der Gemeinschaftsblog hatte bisher knapp 10.000 Zugriffe. Die Resonanz, die uns seit dem Launch von „We read Indie“ erreicht hat, ist schlichtweg überwältigend und zeigt, dass es höchste Zeit war, eine solche Plattform zu gründen. Unser Projekt begeistert uns und ist hoffentlich schon bald nicht mehr aus der Buch- und Verlagswelt wegzudenken.

Einfach hier klicken, Sterne vergeben und Daumen drücken, dass wir es auf die Shortlist schaffen. Wir danken euch fürs Mitmachen, für eure Unterstützung in den vergangenen Monaten und überhaupt für alles!

Es grüßt herzlich
euer „We read Indie“-Team

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Die besten Voraussetzungen für einen gelungen Sommer sind …
… Sonnenschein, ein Liegestuhl, ein eisgekühlter Cocktail und ein gutes Buch. Zumindest in Bücherwurmkreisen sind das die Zutaten für sommerliche Zufriedenheit. Welches Buch haltet ihr dabei heuer in den sonnencremeverschmierten Händen? Was ist euer Lesetipp für den Sommer 2011? Ich bin sehr gespannt auf eure Empfehlungen – und gehe erst mal lesen. 😉

Für mitreißend spannende Lesesonnenstunden empfehle ich Room von Emma Donoghue.

Wer ein bisschen was Heiteres vor die Sonnenbrille braucht, sollte am besten zu Die besten Wochen meines Lebens von Martin Page greifen.

Und mein Tipp für die Aussteiger unter euch, die von Kokosnüssen und Südseeinseln träumen, ist Das Paradies des August Engelhardt von Marc Buhl.