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Constantin Schwab: Das Journal der Valerie Vogler

„Sie entfernen mich immer weiter von etwas, das ich mir einmal unter Professionalität vorgestellt habe“
Valerie Vogler ist verblüfft und aufgeregt: Sie wurde eingeladen, nach Spitzbergen zu reisen, in die Werkstatt des Künstlerkollektivs AURORA. Niemand weiß, wer hinter diesem Namen steht, wer die Künstler sind, die die höchsten Preise auf dem Kunstmarkt erzielen für ihre Werke. Eine Woche soll Valerie bleiben, und alles soll sie per Hand dokumentieren. Dies ist also ihr Journal, in dem sie erzählt, was geschieht: dass sich hinter AURORA vier Männer verbergen, dass sie eine leere Leinwand füllen wollen, dass Valerie Teil davon sein soll. Nun ist es generell bereits gefährlich, sich als Frau allein mit vier Männern in einem abgeschiedenen Ort zu befinden, in dem es permanent dunkel ist, aber dann kommen auch noch die Eisbären – und Valerie klettert durch die Falltür in einen Keller …

Constantin Schwab hat einen schmalen Roman verfasst, bei dem ich anfangs dachte: Uh, wenn ein Mann aus der Sicht einer Frau als Ich-Erzählerin schreibt, ist das erfahrungsgemäß oft schwierig. Schnell mochte ich aber den Ton, den er angeschlagen hat, und auch, dass Valerie sich nicht immer so verhält, wie man es erwartet. Das ist genau die richtige Mischung aus Rätselraten und Weirdness, die das Buch lesenswert macht – allerdings hat er sich für ein arg vorhersehbares Ende entschieden, das das Ganze für mich ausgehebelt hat. Einen solchen Schluss haben Bücher dieser Art wirklich IMMER, da fand ich es ein wenig schade, dass ihm nichts Originelleres eingefallen ist. Nichtsdestotrotz eine spannende, mysteriöse Geschichte mit guten Thriller-Elementen, die man schnell weggezischt hat für den kurzen Gruselfaktor zwischendurch.

Das Journal der Valerie Vogler von Constantin Schwab ist erschienen bei Droschl.

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