Bücherwurmloch

Rumaan Alam: Leave the world behind

Endlich raus aus New York: Ein Stück außerhalb der Stadt haben Amanda und Clay mit ihren Kindern ein Ferienhaus gemietet. Sie wollen das süße Leben am Pool genießen, befüllen den Kühlschrank und lassen es sich gut gehen. Doch plötzlich steht ein älteres Schwarzes Ehepaar vor der Tür, Ruth und GH, die behaupten, die Besitzer des Ferienhauses zu sein. Einen Stromausfall habe es in New York gegeben, behaupten sie, ein umfassendes Blackout. Sie bitten um Unterschlupf in ihrem eigenen Haus, und obwohl Amanda dagegen ist, müssen sie natürlich nachgeben. Wie könnten sie den Besitzern den Zugang zu einer Villa verwehren, die sie nur gemietet haben? Aber sagen die beiden die Wahrheit, was ist in der Stadt geschehen? Warum funktionieren die Handys und der Fernseher nicht mehr, wieso tauchen plötzlich die Tiere aus dem Wald auf? Und was hat dieser massiv laute Knall zu bedeuten?

Rumaan Alam hat ein Buch mit einer sehr starken Sogwirkung geschrieben: Schon nach wenigen Seiten war ich völlig gefesselt und habe bis spätabends gelesen. Ein fulminanter Auftakt also, und die Geschichte entwickelt sich dann auch recht vielversprechend. Als allwissender Autor wandert er von einer Figur zur nächsten, lässt die besorgte Mutter Amanda über ihre Kinder Rose und Arthur nachdenken, gibt dem väterlichen Beschützerinstinkt von Clay eine Stimme und schaut auch durch die Augen der vermeintlichen „Eindringlinge“ Ruth und GH. So weiß man beim Lesen eigentlich stets recht gut Bescheid über das Innenleben aller Beteiligten, Geheimnisse gibt es keine. Dennoch bleibt alles undurchschaubar, ein seltsames Verwirrspiel, bei dem es plötzlich vom Himmel donnert und Zähne ausfallen. So gut ich den Beginn des Buchs fand, so ratlos hat mich sein Ende zurückgelassen: Ich hatte am Schluss mehr Fragen als Antworten, und das fand ich bei einer solchen Ausgangssituation – mit einem spannenden Rätsel anzufangen – dann doch sehr schade.

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