Bücherwurmloch

#backlistlesen 2020 Teil 1

Jedes Jahr im Sommer, sobald ich alle Frühjahrsrezensionsexemplare gelesen habe und bevor ich mich den Herbsttiteln widme, lese ich Backlist. Das ist für mich Entschleunigung pur. Und das ist der erste Backlist-Schwung:

„Wolfsegg“ von Peter Keglevic: Ein aufwühlendes Buch über ein 15-jähriges Mädchen, das in den 70er-Jahren mit sexualisierter Gewalt, dem Verlust der Eltern und dem harten Leben in den Bergen zu kämpfen hat. Sehr krass, sehr gut!

„Die Lektionen“ von Naomi Alderman erzählt vom reichen College-Studenten Marc, einer schillernden, exzentrischen Persönlichkeit, von der alle sich angezogen fühlen. Gut lesbar und unterhaltsam, ihr Buch „The Power“ hat mich jedoch wesentlich mehr beeindruckt.

„Ein anständiger Mensch“ von Jan Christophersen ist nett, mehr auch nicht. Aus der Geschichte über zwei Paare, Sex und giftige Pilze hätte der Autor, von dem ich „Schneetage“ sehr mochte, mehr rausholen können, ich fand es langatmig und das Ende zu unspektakulär.

„Eisnattern“ von Simone Buchholz: Wer die Hamburg-Krimis von Simone kennt, liebt sie eh, und wer sie nicht kennt, muss das schleunigst ändern. Sie sind Kult! Und das zu Recht. Ich lese gerade die gesamte Reihe von vorn, das ist Band vier – und wie immer großartig.

„Rückwärtssalto“ von Eva Simeoni hat mich sehr beschäftigt: Wie in „Schlagmann“ (unbedingt lesen!) zeigt die Sportjournalistin, was Extremsport mit Körper und Geist anrichtet, dieses Mal geht es um ein Mädchen, Antonia, das verbissen um den Erfolg als Turnerin kämpft.

„In einer Nacht, woanders“ von Katerina Poladjan habe ich gelesen, weil mir „Hier sind Löwen“ so gut gefallen hat. Das schmale Buch kommt nicht so recht über das Klischee hinaus: Eine junge Russin kehrt heim, um nach dem Tod der Großmutter deren Haus auszuräumen, und erinnert sich. Gut geschrieben, schöne Bilder, Familiengeheimnisse werden auch aufgedeckt, aber kein Muss.

 

 

 

 

2 Comments

  1. Hallo!

    Ok, „Wolfsegg“ muss ich offensichtlich lesen. Und der Beitrag hat mich daran erinnert, dass ich noch nicht alle Bände der großartigen Hamburg-Krimis von Simone Buchholz gelesen habe – dabei liegen die hier komplett! (Bisher habe ich drei gelesen.)

    „In der Nacht, woanders“ würde mich reizen, weil mir „Hier sind Löwen“ sehr gut gefallen hat, aber ich kann nicht gut mit Klischees…

    LG,
    Mikka (die jetzt mal gucken geht, ob die HeinzelMENSCHEN ihre Bude aufgeräumt haben)

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