Bücherwurmloch

Update: Habe ich das Lesen verlernt? Nein!

IMG_7892Wie Sie hier sehen, sehen Sie nichts. Das ist mein Nachttischerl, das neben meinem Bett steht, und es ist leer. Schaut nicht spektakulär aus, ich weiß, aber: Das bedeutet, dass ich alle Bücher, die da drauflagen, weggelesen habe. Seit ich vor Kurzem diesen Beitrag über mein momentanes Leseverhalten und meine Probleme damit geschrieben habe, habe ich ein bisschen was geändert. Weil ich nichts davon halte, nur rumzujammern, wenn es um Dinge geht, die man ändern KANN. Auf die äußeren Umstände habe ich keinen Einfluss, ich habe beruflich mit Lesen und Schreiben zu tun, ich habe zwei Kinder, die fordernde Zeitfresser sind, aber das mit der Ablenkung, das kann ich vielleicht in den Griff bekommen. Ich habe deshalb mit dem Parallellesen aufgehört, weil es mich anstrengt, unruhig macht, irgendwie auch verwirrt. Wenn da mehrere Bücher liegen, die ich alle angefangen habe, die alle meine Aufmerksamkeit wollen, führt es dazu, dass ich mich auf gar keins mehr richtig konzentrieren kann. Außerdem lasse ich keine Serien mehr auf dem Tablet laufen, während ich lese, was ich vorher in meinem Multitasking-Wahn durchaus gemacht habe (manchmal noch mit dem Handy in der Hand, imagine the madness). Eigentlich schaue ich im Moment überhaupt keine Serien mehr. Das werde ich bestimmt nicht beibehalten, ich will Netflix nicht verteufeln, ich finde viele Stoffe dort sehr interessant, neu und originell, aber: Das Lesen ist mir wichtig, so wichtig, dass ich ihm wieder mehr Platz einräumen muss bzw. möchte.

Auch der andere Zeitfresser, das Handy, bleibt in einem anderen Zimmer. Das fällt mir insofern schwer, weil ich am Abend meist endlich Zeit habe, um Nachrichten zu beantworten und Storys anzuschauen, aber auch hier gilt: Prioritäten setzen. Und ich bin nun mal in erster Linie ein Bücherwurm. Ich werde mit Sicherheit weiterhin extrem kritisch bleiben, das lässt sich nicht abstellen. Ich werde immer noch Bücher abbrechen, vielleicht sogar schneller als zuvor, weil ich ja kein zweites anfangen will, wenn mich das erste nicht packt, ich werde mich langweilen und nur querlesen. Das macht jedoch nichts, denn ich werde trotzdem noch jene Perlen finden, für die sich das Ganze lohnt.

Ein Buch hat es gegeben vor ein paar Tagen, das mich ganz unerwartet aus meiner Leselethargie gerissen hat, ein englisches Buch, von dem ich das gar nicht gedacht hätte. Ich habe danach gegriffen, weil es manchmal hilft, die ausgetretenen Pfade zu verlassen, ein fremdsprachiges Buch zu lesen oder was Seichtes, irgendwas, das man sonst nicht oft liest, und siehe da, es hat funktioniert. Ich war von den ersten Seiten an total gefesselt und nach wenigen Stunden mit dem Roman durch: We were liars von E. Lockhart. Auch noch ein Jugendbuch bzw. für young adults, was ich sonst nicht mal mit der Kneifzange angreife. Stattdessen fand ich das Buch großartig und dachte: Schau, Mariki, du kannst es noch!

10 Comments

  1. Bri

    Das hört sich gut an. Genauso muss ich das auch machen – eine Sache zur Zeit, nix paralell … Und we were liars gucke ich mir an. Jugendbuch sind im übrigen viel besser als ihr Ruf … weshalb auch nicht 😉 LG Bri

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  2. Wow! Mehrere Bücher lesen halte ich ohnehin schon für „madness“ und kann das nie so ganz nachvollziehen, wenn ich von Leuten höre/lese, die das so handhaben. Aber lesen, Serie laufen lassen und noch am Handy rumfingern, das ist wirklich ein bisschen verrückt. 😀

    Ich persönlich finde es den Büchern oder der Serie gegenüber auch nicht fair, wenn das nur so nebenbei passiert. Ich will mir die Zeit dafür nehmen und ihnen meine volle Aufmerksamkeit widmen.

    Finde es schön, dass du die Ablenkung eingrenzt und dich nun wieder besser aufs Lesen konzentrieren kannst. Eine tolle Einstellung die Dinge zu ändern, wenn man unzufrieden mit den Umständen ist. Wie du schon sagst: wenn man was ändern kann, sollte man es auch tun. 🙂

    Viel Spaß beim Lesen!

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  3. Das klingt super, Mareike!! Abwechslung hilft oft dabei, sich wieder auf EINES zu besinnen und wieder Freude an dem zu haben, wofür man eigentlich brennt. Ich lese gerade dein Buch und bisher gefällt es mir SEHR! Du bist eine echte „Wortakrobatin“! Chapeau!

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  4. Hey,
    super. Ich freu mich für dich 🙂
    Mein Handy ist seit Samstag kaputt (wird wohl in den nächsten Tagen wieder funktionstüchtig sein) und ich nutze das direkt mal, um mich komplett von den Sozialen Medien fernzuhalten. Das möchte ich auf keinen Fall für immer beibehalten, aber siehe da: ich habe enorm viel mehr Zeit, um zu lesen 😀 Ich habe mal wieder mit meinen Freundinnen telefoniert, statt nur zu schreiben und vor allem konzentriere ich mich wieder mehr auf eine Sache und habe nicht ständig nebenbei das olle Ding in der Hand. Ich hatte ganz vergessen wie entspannt das Leben ohne Handy war 😉

    Liebe Grüße,
    Nanni

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    1. Mariki Author

      Oh Nanni, das klingt schön! Und irgendwie auch deprimierend. Was ist nur mit uns los, dass wir uns von diesem Ding so drangsalieren lassen?

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