Bücherwurmloch

Dolly Alderton: Ghosts

„It’s easier, being heartbroken in your thirties, because no matter how painful it is, you know it will pass”
Nina Dean ist Anfang dreißig und in ihrem Leben angekommen: Sie schreibt erfolgreiche Bücher über Genuss, hat sich eine eigene Wohnung in London gekauft und verfügt über einen großen Freundeskreis. Das Einzige, was sie nicht hat, ist ein Partner, aber die Frage ist: Fehlt ihr so jemand? Muss man in einer monogamen Beziehung sein, um sich glücklich nennen zu dürfen? Als sie Max in einer Dating-App kennenlernt, funkt es sofort zwischen den beiden, alles fühlt sich an, wie es sich anfühlen soll: Sie verstehen sich blendend, der Sex ist großartig, alles fügt sich und passt zusammen. Doch dann nehmen die Dinge eine unerwartete Wendung, und Nina steht erneut vor der Frage, wie sehr sich eine Frau in der heutigen Zeit darüber zu identifizieren hat, ob sie einen Mann an ihrer Seite hat.

„The first confirmation of desire. The first indication of intimacy. You only get that feeling with a person once.”

Dolly Alderton hat mich mit „Everything I know about love” so nachhaltig begeistert, dass ich ihren ersten fiktiven Roman sofort lesen musste. Sie hat es geschafft, eine Liebesgeschichte zu schreiben, die nicht so ist, wie uns eingeredet wurde, dass Liebesgeschichten zu sein haben: Prinz und Prinzessin finden sich und beginnen eine exklusive Beziehung, die das Ziel und das Maß aller Dinge ist. Stattdessen erzählt Dolly Alderton von Frauen, die eigentlich nicht suchen, aber irgendwie doch, und davon, dass dieser Widerspruch vollkommen okay ist. Es geht um Dating und Ghosting, um Freundinnen, die heiraten, Kinder bekommen und in die Vororte ziehen, um Freundschaften, die sich auseinanderentwickeln und solche, die ewig halten, um die Tatsache, dass Männer und Frauen sich bei Dates unterschiedlich verhalten und warum das so ist. Dies ist ein moderner Liebesroman, und natürlich gibt es trotzdem Herzschmerz und Verliebtheit, natürlich sind viele Situationen und Gespräche so, wie wir sie aus tausenden Romanen und Filmen kennen. Aber das Ende: Das Ende ist es nicht. Ein sehr schönes, lebensnahes, flüssig lesbares Buch, das ich euch auf jeden Fall ans Herz legen möchte.

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