Bücherwurmloch

#backlistlesen 2020 Teil 4

Karen Thompson Walker ist die Frau mit den wilden Ideen: In „The age of miracles“ hört die Erde plötzlich auf, sich zu drehen, in „The dreamers“ schlafen Menschen ein und wachen nicht mehr auf. Leider ist es in dem Fall ein bisschen bei der guten Idee geblieben, die Umsetzung hat mich nicht ganz überzeugt.

„Wie tötet man Billy Elliot?“ von Zura Abashidze ist eine Sammlung von Kurzgeschichten aus Georgien, die wild, absurd, vulgär, gefühlvoll und originell sind. Ich habe sicher nicht alle davon wirklich verstanden, mich vom Rest aber gut unterhalten gefühlt.

„Erinnerung an meine traurigen Huren“ von Gabriel García Márquez ist ein #metoo-Buch, an dem man den Wandel der Zeit festmachen kann: Ein 90-Jähriger „gönnt“ sich zum Geburtstag ein 13-jähriges Mädchen, das mit Schlafmitteln betäubt wird. Das ist unter heutigen Gesichtspunkten nicht nur extrem grenzwertig, sondern unerträglich. Man möchte ihn permanent anschreien, sich zu schämen – und zwar den Protagonisten sowie den Autor.

Helen Oyeyemi hat mit „What is not yours is not yours“ die wohl schrägsten Short Storys geschrieben, die ich dieses Jahr gelesen habe. Sehr fantasievoll, sehr stilsicher, aber auch sehr verwirrend. Es gibt geheime Rosengärten, lebende Marionettenfiguren, schöne Sätze und viele Fragezeichen.

Kurzgeschichten enthält auch „Heads of the colored people“ von Nafissa Thompson-Spires, das schon bevor der Blick vermehrt auf Schwarze Literatur gefallen ist, hochgelobt wurde. Die Storys sind witzig, direkt, sehr unverblümt und smart. Auch hier war ich nicht von allen begeistert, das geht mir bei Kurzgeschichten immer so, aber die meisten fand ich wirklich gut.

„This is how you lose the time war“ von Amal El-Mohtar und Max Gladstone hat mich vollkommen umgeworfen, davon erzähle ich euch bald mehr!

 

 

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