Bücherwurmloch

IMG_9488Aller guten Dinge sind drei, und dann ist auch mal wieder Schluss: Hier folgt der dritte und letzte (g)rantige Draufdrescher auf folgende Bücher, die mir das Leben schwergemacht haben.

Ulla-Lena Lundberg: Eis
Wenn ihr dieses Buch irgendwo seht, macht einen großen Bogen drumherum! Verlasst die Buchhandlung, am besten die Straße, die Stadt! Legt vorher noch andere Bücher drauf, damit bloß niemand es sieht und kauft. Was hab ich mich damit gequält. Ich hab ein großes Faible für das Nördliche und war sehr gespannt auf diesen vielgepriesenen Romane, der auf einer kleinen Inselgruppe zwischen Finnland und Schweden spielt. Ein Pfarrer kommt in die dortige abgelegene Gemeinde, mit Frau und Tochter. Das war’s eigentlich auch schon, Handlung gibt es auf den 500 Seiten so gut wie keine. Dafür aber viel Blabla. In einem ausufernden, aufgeblasenen und überkandidelten Stil erzählt Ulla-Lena Lundberg von jeder noch so kleinen Gefühlsregung ihrer Figuren, von jedem Rülpser, jedem Gedanken, jedem Pups, und vor allem vom Arbeitseifer, der so groß ist, dass er auf jeder Seite, wirklich jeder einzelnen Seite erwähnt werden muss, von den Kirchenpredigten und tausend anderen uninteressanten Sachen. Es ist so, so, so langweilig. Wie eine besserwisserische Lehrerin präsentiert die Autorin die kleinen menschlichen Fehler ihrer Charaktere, tätschelt ihnen den Kopf, schreibt pathetisch und ohne jeden Pfiff. Sie verwendet viel zu viele Worte, um am Ende überhaupt nichts zu erzählen. Ich habe selten so ein schlechtes Buch gelesen.

Riikka Pulkkinen: Die Ruhelose
Auch mit der Finnin Riikka Pulkkinen hatte ich dieses Mal kein Glück. Die Autorin, die von den meisten Buchstaben ihres Namens gleich zwei hat, weiß sich auch stilistisch nicht zurückzuhalten. Mit Sicherheit kennt ihr das, wenn über ein Buch gesagt wird: „Da ist kein Wort zu viel.“ Nun, in diesem hier sind allerhand Wörter zu viel. Schon auf den ersten Seiten finde ich die Wucht der Bilder zu heftig, zu dicht, zu viel, zu überladen. Pulkkinen lässt überhaupt keinen Raum für meine eigene Fantasie. Das wundert mich, denn ihren Roman Wahr fand ich 2012 herausragend, es war sogar das beste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe. Ähnlich hohe Qualität hab ich mir von Die Ruhelose erhofft, ihrem Debüt, aber nun ja, sie scheint erst später gut geworden zu sein. Hier schreibt sie über eine Frau, die ihren Mann an die Demenz verliert, sowie über deren Nichte, die sich in ihren Lehrer verliebt. Der Teenager, der sich ritzt, der Ehemann, der geil auf eine Minderjährige ist – das ist einem ja auch alles irgendwo schon mehrfach in der Literatur begegnet. Und war dort vermutlich besser beschrieben.

Ben Dolnick: At the bottom of everything
Adam und Thomas waren einst beste Freunde, bis sie in jugendlichem Leichtsinn einen Unfall verschuldet haben. Seither laborieren sie am schlechten Gewissen und haben längst keinen Kontakt mehr, als Thomas’ Eltern Adam anflehen, ihren Sohn zu suchen. Der wandert irgendwo in Indien herum, und Adam ist das scheißegal, aber er fühlt sich verpflichtet. Joah, so geht’s mir auch irgendwie, weshalb ich dieses Buch bis zum Ende (quer)lese, obwohl es fad, unglaubwürdig und überraschend sinnbefreit ist. Bei der New York Times, wo Ben Dolnick recht gehypet wird, scheint man eine Vorliebe für Wirres und Undurchdachtes zu haben – wie als Metapher für das ach so komplizierte Leben. Bullshit zwischen Buchdeckeln.

Bücherwurmloch

FullSizeRenderLetzte Woche hab ich euch ja schon mein Leid geklagt: Insgesamt ELF (!) schlechte Bücher sind mir nacheinander vors Auge gelaufen, wobei ich eins davon schon nach wenigen Seiten abgebrochen und in die Ecke gepfeffert habe. Wer nun Part I dieses Rants gelesen hat und außerdem herausragend gut rechnen kann, der weiß: Da fehlt ja noch was. In der Tat. Und deswegen geht’s heute weiter mit Marikis Motzparade.

Claire Messud: The Woman Upstairs
Mit der titelgebenden Frau ist eine spinnerte, einsame Alte gemeint, die ein Dutzend Katzen hat und kannenweise Tee trinkt, die unverheiratet ist und allein, in deren Leben es keine große Liebe gab. Protagonistin Nora ist auf dem besten Weg, eine solche Frau zu werden. Sie unterreichtet Kinder, hat aber selbst keine. Sie wollte Künstlerin werden, bastelt aber nur in ihrer Wohnung an kleinen Boxen, die niemand je zu Gesicht bekommt. Und sie ist so, so wütend. Als sie die Shahids kennenlernt – Sirena und Skandar und Reza –, stürzt sie sich mit der Verzweiflung der Alleinstehenden in eine Beziehung zu jedem Einzelnen von ihnen. Die Story ist so originell, wie sie klingt – aber auch nicht mehr. Die Idee versandet komplett, das Buch hat null Drive und ist eine einzige Selbstbespiegelung der Hauptfigur. Lähmende Langeweile macht sich schnell in mir breit, und während Nora auf eine große Enttäuschung zusteuert, geht es mir genauso. Letztlich bleibt der Roman fad und bedeutungslos. Könnte man einer Woman Upstairs zum Lesen geben, deren Leben ist eh eintönig!

Claire Vaye Watkins: Geister, Cowboys
Kennt ihr das, wenn ihr bei der Lektüre eines Buchs denkt: Das loben jetzt auch nur alle, weil es keiner versteht? Unverständlichkeit ist jedoch – gemäß Reich-Ranicki – noch kein Beweis für tiefe Gedanken und auch kein Zeichen für literarische Qualität. Sie liegt mit Sicherheit auch im Auge des Lesers. Mein Auge sagte bei diesem Buch jedenfalls recht oft: Hä? Und dann: DAS NERVT. So viel hab ich mir erwartet von Claire Vaye Watkins, die als „eine der aufregendsten neuen Stimmen der US-Literatur“ bezeichnet wird, und nichts davon hab ich bekommen. Als Tochter eines der Mitverrückten von Charles Manson hätte sie die spektakulären Ereignisse um ihren Vater gar nicht langweiliger literarisch verarbeiten können. Die Geschichten sind nicht wirklich verknappt, eher künstlich beschnitten, als habe die Autorin sich überlegt, was sie alles wegnehmen könnte, um die Storys bestmöglich zu verunstalten und nur die sinnlosen Teile stehen zu lassen. Vielleicht hat sie gedacht, das wirke besonders intellektuell und klug. Und sie muss zu dem Schluss gekommen sein, dass es ein möglichst abruptes, unerklärliches Ende geben muss. Da hab ich mir gedacht: Das kann ich auch. Und hab abrupt aufgehört zu lesen.

Lauren Groff: Arcadia
Das hätte ein richtig gutes Buch sein können! Wie traurig, wenn man all die glänzenden Möglichkeiten sieht und nur ein Häufchen Asche in den Händen hält. Wie bei Claire Vaye Watkins gab’s auch hier viel Lob, Übersetzungen auf Deutsch, zweite Romane, die heuer erscheinen, und dann DAS. Gnaaah. Erneut klingt die Idee an sich interessant: Bit wächst in den 1970er-Jahren in einer Art Hippie-Kommune auf, in einem verfallenen Haus namens Arcadia, in dem sich bisweilen Hunderte Anhänger um Guru Handy scharen, er und seine Eltern gehören zur Stammgruppe. Eine unkonventionelle Kindheit, ein recht flüssiger Schreibstil – aber blasse Figuren, elendslanges Gelaber, klaffende Lücken in der Stringenz, alles in allem ein einziger Graus. Bit verliebt sich später in Handys Tochter Helle, eine tragische Figur, deren Tragik überhaupt nicht ausgearbeitet und dadurch auch nicht verständlich wird, und das Ende des Buchs ist – ohne zu spoilern – wohl mysteriös gemeint, im Endeffekt aber einfach nur unausgegoren und feige. Die großen Zeitsprünge machen das Ganze auch nicht besser. Trotz der wilden Aussteigerkulisse und der eigenartig bedrohlichen Atmosphäre ein flacher, verflucht blöder Roman.

Bücherwurmloch

Rant1Ich hatte da einen Lauf. Und zwar im negativen Sinne: In letzter Zeit hab ich sehr viele schlechte Bücher gelesen, viele davon direkt hintereinander, was noch schlimmer ist, denn da sinkt meine literarische Laune auf den Nullpunkt, und ich werde richtig grantig. Diesen Grant, meine Damen und Herren, merkt man auch meinen Bemerkungen über die folgenden Bücher an:

Olga Grjasnowa: Der Russe ist einer, der Birken liebt
Es gibt ein Patentrezept in der deutschen Literatur: Wandere nach Deutschland ein – am besten aus einem Land, in dem Krieg herrscht –, lerne die Sprache, schreibe einen Roman in dieser neuen Sprache über Traumata und Verlorensein und Integration, und sie werden dich lieben. Das Feuilleton wird dich abschlecken vor Begeisterung, man wird dich mit Preisen überhäufen. Absolviere zusätzlich das Literaturinstitut Leipzig, und du hast den Jackpot geknackt. Sie werden dich nicht ignorieren können. Nicht mal, wenn dein Buch total scheiße ist. Olga Grjasnowa hat sich an dieses Erfolgsrezept gehalten. Migrationshintergrund: Check. Sogar in Aserbaidschan geboren, Pluspunkt, weil selten. Trauma: Check. Sprache spät gelernt: Check. Literaturinstitut: Check. Haufenweise Preise: Check. Beschissenes Buch: Check. Worum geht es darin? Um das Zelebrieren der Verlorenheit. Damit Protagonistin Mascha so verloren wie möglich ist, muss ihr Freund weg, und der stirbt einen so lächerlich dummen Tod, dass es fast wehtut. Mascha also allein, fremd, traurig, sehr orientierungslos, sehr verloren. Mäandert im eigenen Leben herum, findet keinen Halt, jongliert mit Sprachen, weil entwurzelt, geht nach Israel, weil Konfliktpotenzial für den Roman. Der ist insgesamt so flach und sinnlos, blutleer und verkrampft, dass ihm in meinen Augen auch das vermeintliche Patentrezept nicht mehr hilft.

Charlie Lovett: Das Buch der Fälscher
Wer war William Shakespeare wirklich? Darüber streiten die Experten seit Jahrhunderten. Der Antiquar und Buchbinder Peter Byerly könnte einen echten Beweis gefunden haben: ein Buch mit Randnotizen in Shakespeares Handschrift. Die Frage ist nur: Ist es echt oder gefälscht? Die Suche nach der Antwort lenkt Peter immerhin von seinem großen Kummer ab, denn seine Frau Amanda ist gestorben. So weit, so gut – doch das Buch ist leider schlecht. Weil Charlie Lovett so aufregend schreibt, wie ein Nachrichtensprecher die Wettervorhersagen verliest. Der Roman ist lahmarschig, stinklangweilig und unfassbar uninteressant – und das, obwohl die historischen Ereignisse rund um Shakespare, ein grausamer Mord und die Spurensuche in einer Gruft durchaus Stoff für eine spannende Story geben würden. Allein: Man muss verstehen, sie auch gut zu erzählen. Bei dieser Ödnis von einem Buch ist das leider nicht geglückt, nicht mal im Ansatz.

Fiona McFarlane: Nachts, wenn der Tiger kommt
Dieses Buch ist wie eine unruhige Nacht: Ich bin immer wieder eingedöst, kann mich an nichts Zusammenhängendes erinnern und hatte am Ende einen schalen Geschmack im Mund. Der kam von der Enttäuschung. Dabei hat es bei seinem Erscheinen 2014 für Aufsehen gesorgt und versprach eine fesselnde Geschichte: Die alte Ruth bekommt eine vom Staat geschickte Helferin namens Fiona ins Haus, die sie nach und nach entmündigt. Ruth kann bald nicht mehr zwischen Wahrheit und Einbildung unterscheiden und verliert zusehends die Kontrolle. Aber das geschieht nur im Kleinen, und Leute, es dauert eeewig. Es dauert doppelt so lange wie euer schlimmster Zahnarztbesuch ever. Der Roman ist so fad, dass ich beim Anblick all der Seiten, die noch vor mir liegen, regelmäßig in Verzweiflung gerate. Ich lese ihn deshalb nur quer – und finde es am Ende schrecklich, dass der Grund für Fionas Verhalten genau der ist, den man gleich zu Beginn vermutet. Nicht ein Funken Originalität in der Auflösung – erst auf den letzten zwei Seiten, die dafür so merkwürdig sind, dass ich sie nicht verstehe. Muss man erst mal schaffen, einen guten Plot so zu verkacken! Ein grausam schlechtes Buch, das niemandem wertvolle Lebenszeit stehlen sollte.

Bettina Balàka: Kassiopaia
Das soll ein Liebesgeschichterl sein, ein Frauenroman, aber auch eine Satire, eine Gesellschaftsstudie. Es ist alles zugleich und nix davon gescheit. Hauptperson Judit, Anfang 40, reich, diätbesessen, gelangweilt und furchtbar nervig, schreibt dumme Listen, hat dumme Freundinnen und verhält sich auch noch dumm: Sie jagt den Autor Markus Bachgraben, den sie in Venedig vermutet. Die zwei hatten eine Nacht, aber Judit will sich damit nicht zufriedengeben. Nun ja, sie arbeitet nicht, sie muss sich irgendwie beschäftigen und hat zudem ein Rad ab: Da kann man schon mal auf die Idee kommen, einen Kerl zu stalken, der nix von einem wissen will. Jetzt wäre die Story von Judit und Markus schnell erzählt, und deswegen ist das Buch vollgestopft mit kurzen Geschichten über völlig uninteressante Nebenfiguren, die jeweils nur einmal vorkommen. Das ist eh alles nett und österreichisch und mit Schmäh, aber wirklich nicht lesenswert. Am Ende gibt’s eine Du-bist-adoptiert-Auflösung wie in einer billigen Soap, und dass das Christkind nicht existiert, wird als größtes Trauma überhaupt festgelegt. Das zeigt, auf welchem Niveau dieses Buch sich bewegt.

High Five

Bildschirmfoto 2016-08-02 um 11.17.20Wenn ich eine Figur aus einem Roman wäre, dann hoffentlich aus keinem meiner Lieblingsromane. Ich mag es, wenn Autoren ihre Figuren leiden, an sich selbst und ihren Lebensentwürfen scheitern lassen. Da stecke ich im Zweifelsfall lieber in einem Groschenroman mit Happy End und vielen freundlichen Adjektiven.

Ich ordne meine Bücher in jeder Borte anders. Ich trenne grob nach deutscher, amerikanischer und sonstiger Gegenwartsliteratur, auch Klassiker sortiere ich einigermaßen nach Nationalität. Auf Augenhöhe findet man Lieblings- und Angeberbücher, bei der Bückware eher mittelmäßige Kraut- und Rübenromane, oben dann die verstaubten Klassiker. Und verstaubt meine ich wörtlich.

Das Cover meines aktuellen Buchs zeigt ein Foto, das ich auf einer Fähre in Thailand geschossen habe. Ein Glückstreffer: Obwohl es nur ein Schnappschuss war, finden sich im Bild gleich mehrere wiederkehrende Motive aus dem Roman wieder. Es war schon beim Schreiben mein Wunschcover für Dezemberfieber, entsprechend froh war ich, dass ich meinen Verlag duotincta nicht lange davon überzeugen musste.

Viel zu selten verwendet wird das Wort umzu. Ich musste erst nach Süddeutschland ziehen, um herauszufinden, dass der Ausdruck umzu als Synonym für Umgebung tatsächlich nur in meiner Heimatregion und umzu verwendet wird.

Das Buch meines Lebens ist in jeder Lebensphase ein anderes gewesen. Literarisch sozialisiert wurde ich eher mit leichter Kost: Als Kind liebte ich Roald Dahl – besonders die Schokoladenfabrik -, als Heranwachsender Douglas Adams und Nick Hornby. Die richtigen literarischen Erweckungserlebnisse hatte ich später dann mit Jonathan Franzens Die Korrekturen, Zeiten des Aufruhrs von Richard Yates und Unendlicher Spaß von David Foster Wallace. Seit der Lektüre dieser Bücher lese und schreibe ich anders – sie haben für mich ganz einfach die Messlatte von guter Literatur gesprengt.

RudkoffskyFrank O. Rudkoffsky, geboren 1980 in Nordenham, lebt in Stuttgart und ist Mitherausgeber der Literatur- und Kunstzeitschrift ]trash[pool. 2015 veröffentlichte er seinen Debütroman Dezemberfieber im Verlag duotincta und als Mitherausgeber die Anthologie Willkommen! Blogger schreiben für Flüchtlinge bei Mikrotext. Hier bloggt er über Literatur und sein eigenes Schreiben.

 

Kleine Köstlichkeiten: 4 Sterne

IMG_9132

„Das wünsche ich uns allen. Einen friedlichen Tod“
Da gibt es die Fotografin, die Bilder von den wenigen Menschen macht, die den großen Brand vor so vielen Jahrzehnten überlebt haben, das Matheson Fire 1916, und noch nicht gestorben sind. Da gab es Boychuck, von dem sie sich Informationen hofft, der aber leider schon tot und begraben ist, als die Fotografin im Wald ankommt. Dort hat Boychuck wie ein Einsiedler gelebt, zurückgezogen von der Welt – gemeinsam mit Charlie und Tom. Sie wollen nichts mehr wissen von ihren Verpflichtungen, von ihrer Vergangenheit und ihren Angehörigen. Dies ist ihre Freiheit: zu leben und zu sterben, wo sie wollen. Und dann gibt es da noch Marie-Desneige, die mehr als 60 Jahre in der Psychatrie verbracht hat und die eigentlich gar nicht so heißt. Wobei vermutlich keiner der Alten noch seinen wahren Namen trägt – was auch gar keine Rolle mehr spielt, denn jetzt sind sie zusammen, jetzt sind sie, wer sie am Ende ihres Lebens noch sein wollen.

Jocelyne Saucier lebt angeblich an einem Ort mit nur zehn Menschen, im Wald. Das gibt mir, als ich es lese, zu denken. Sind die miteinander verwandt, kannten die sich vorher schon? Wer liebt wen, wie geht das zusammen? Und warum lebt man an einem solchen Ort? Auf diese Fragen werde ich wohl keine Antwort finden. So oder so kennt die Autorin sich aus mit dem, worüber sie schreibt: dem Leben fernab der Zivilisation. Dieses Buch mit dem sehr schönen Cover ist ebenso gut wie merkwürdig. Der Stil, in dem es geschrieben ist, ist höchst eigenartig: Die Perspektiven wechseln, mal ist die Fotografin eine Ich-Erzählerin, dann nicht mehr, und ein allwissender Erzähler gibt regelmäßig einen Zwischenstand bekannt, wie weit die Geschichte schon gekommen ist und was ihr noch bevorsteht. Das finde ich manchmal verwirrend, generell aber ganz originell.

Überhaupt punktet Ein Leben mehr mit dem Faktor, sehr originell zu sein: Ich hab schon viel gelesen, aber so etwas tatsächlich noch nicht – weder stilistisch noch inhaltlich. Auch die Story an sich ist endlich mal was völlig Neues. In den nordkanadischen Wäldern war ich noch nie, über die Menschen dort weiß ich nichts. Umso mehr Spaß macht es, etwas über sie zu erfahren. Alt sind Jocelyne Sauciers Figuren, gewitzt, zäh und verlogen. Sie sind Aussteiger, die sich nichts mehr scheren, um niemanden. Der Einblick in ihren Lebensabend inmitten einer Kifferplantage ist höchst vergnüglich und absolut lesenswert.

Ein Leben mehr von Jocelyne Saucier ist erschienen im Suhrkamp Verlag (ISBN 978-3-458-17652-7, 192 Seiten, 19,99 Euro). Sehr schöne Besprechungen dazu findet ihr auch bei Literaturen und Leseschatz.

Kleine Köstlichkeiten: 4 Sterne

„Gott liebtIMG_9130 die Menschen an der Küste nicht so sehr wie die in Binnenland und Städten“
„Sie waren inmitten der Jahreszeit, in der alles Lebendige stirbt, in der sich Tiere und Menschen in sich selbst verkriechen und noch kleiner werden, als sie es ohnehin schon sind, in der die Natur stumm ist, bist auf das Rauschen des Meeres, und kein Gebet auch nur das Mindeste aufzuhellen vermag.“ So ist es auf Barrøy, als Ingrid zurückkommt, als Einzige. Dies ist die Insel ihrer Kindheit, nur einen Kilometer lang und einen halben Kilometer breit, aber niemand ist hier, der Krieg hat sie verstreut, verschwinden lassen, getötet. Norwegen ist im Jahr 1944 stumm und kalt und gefährlich. Ingrid ist allein, bis das Meer die Leichen ausspuckt, einen Berg an Leichen, überall auf der Insel, nur eine lebt noch, gerade so. Ingrid kümmert sich, sie pflegt und füttert und wäscht, und tatsächlich kommt das Bündel Mensch zurück ins Leben. Er ist Russe, ein Kriegsgefangener vermutlich, sie haben keine gemeinsame Sprache und brauchen doch keine. Ihre Körper können einander wärmen, sie können zeigen und benennen und lachen. Nur rücken die Schergen näher, wie eine unaufhaltsame Welle rollt die Gefahr heran. Als Ingrid im Krankenhaus erwacht, ist die Erinnerung an das, was geschehen ist, fort – genau wie der Mann.

Ich mag Roy Jacbsen. Ich mochte schon Der Sommer, in dem Linda schwimmen lernte, und Weißes Meer hat mich tief beeindruckt. Das Buch ist wie seine Protagonistin: schweigsam, stark und ungezähmt. Die Naturgewalten beherrschen das Leben auf Barrøy und diesen Roman: der Wind, das Meer, der Winter. So eindringlich schildert der bekannte norwegische Autor den Alltag von Ingrid, dass ich fast meine, den Salzfisch zu riechen, die kratzige Wolle zu spüren und die Angst vor der Flut zu fühlen. „Barrøy ist das Land des Schweigens, wo die Erwachsenen den Kindern nicht erklären, was sie zu tun haben, sie zeigen es ihnen, und die Kinder ahmen nach.“ Niemand ist geschwätzig, und dieses Buch ist es auch nicht. Die Menschen packen an, ringen dem Land ihr eigenes Überleben ab – Tag für Tag. Wortkarg sind sie, ruppig und unzugänglich.

Und dann: die Liebe. Aber mit keinem Satz lässt Roy Jacobsen das Klischee teilhaben an dem, was geschieht, nicht einmal reinschauen darf das Klischee in das Buch. Die Liebe ist für Ingrid wie ein üppiges Essen: etwas, das man zu schätzen weiß, weil es wertvoll ist, an dem man sich mit Hast und ohne Zurückhaltung bedient, um Kraft zu haben für die schrecklich kalten Zeiten, die kommen werden. Mit überaus bewundernswertem Einfühlvermögen hat ein Mann die Gesch, und die doch so gern weich wäre. Weißes Meer ist kraftvoll, hochinteressant, intensiv und klug. Ein sehr, sehr gutes Buch, das viele Leser und viel Aufmerksamkeit verdient hat.

Lieblingszitat: „Niemand weiß, wo er gewesen ist, aber er gehört dermaßen hierher, dass auch niemand fragt, er sieht so alt aus, dass nur seine Stimme noch von ihm übrig ist.“

Weißes Meer von Roy Jacobsen ist erschienen im Osburg Verlag (ISBN 9783955101053, 250 Seiten, 20 Euro). Eine begeisterte Besprechung findet ihr auch bei Leseschatz.

Netter Versuch: 2 Sterne

Russo„Ich bin vielleicht alt, aber ein Arschloch erkenne ich, wenn ich einem begegne“
Miles Roby arbeitet schon seit 20 Jahren im Diner von Empire Falls. Eines Tages, so die Hoffnung, könnte es ihm gehören. Fragt sich nur, ob er es dann überhaupt noch will, denn Empire Falls ist ein trauriges, halbverfallenes Kaff, das seine besten Zeiten längst hinter sich hat. Beteiligt an diesen besten Zeiten waren die Whitings, denen die großen Fabriken der Stadt gehörten und auch sonst ungefähr alles. Von ihnen ist nur noch eine alte Witwe übrig, die Miles Jahr für Jahr vertröstet. Das eben hat es mittelgut mit ihm gemeint: Er ist geschieden, seine Exfrau heiratet bald einen Fitnessguru, der jeden Tag bei ihm im Diner rumhängt, die gemeinsame Tochter quält sich durch die Highschool. Dort begegnet sie einem jener Teenies, bei denen eine Sicherung wackelt und die knapp vorm Ausrasten sind. Richtig glücklich ist Miles nicht, die großen Wünsche haben sich nicht erfüllt, und klar ist eigentlich nur: Er wird noch viel unglücklicher werden.

2002 hat Richard Russo, der an Universitäten lehrte, für dieses Buch den Pulitzer Preis bekommen. Es wurde mit Paul Newman und Philip Seymour Hoffman verfilmt. Diese gottverdammten Träume ist das Porträt eines Mannes und zugleich das Porträt einer amerikanischen Kleinstadt in einem klassischen Neuengland-Setting. Beide haben ihre Glanzzeiten hinter sich, beide hätten vielleicht Größeres erreichen können – doch der Zug ist abgefahren. Jetzt betreiben sie Tag für Tag Schadensbegrenzung, schlagen sich so durch. Sie tragen ihre Geschichte mit sich, ihr Päckchen, ihre Wunden. Eigentlich geht’s ihnen nicht so richtig schlecht, so richtig gut aber auch nicht. Das ist der Grundtenor des Buchs, das sich dem Alltäglichen widmet, dem Kleinen, dem Unauffälligen. Die Zeit ist ein rücksichtsloser Hund, sie vergeht und lässt dich alt werden, ehe du deine Jugend voll ausgekostet hast.

Richard Russo nimmt sich Zeit für dieses Buch. Und Seiten. Sehr viel Zeit und sehr viele Seiten. Ich gestehe: Für mich hätte es die Hälfte auch getan. Er aber ist akribisch, dreht jeden Stein in Empire Falls um, analysiert jede Gefühlsregung, schreibt detailliert und ausführlich und wahnsinnig langatmig. „Für Burgerbrater Miles fließt das Leben so zäh dahin wie der schmutzige Fluss durch seine einstige Textilindustriestadt“, schreibt der Spiegel, und ich finde auch das ganze Buch sehr zäh. Über weite Strecken verliere ich die Geduld mit diesem Roman, in dessen Zentrum eine Stadt steht, in der nie etwas passiert – und genau das ist mein Problem. Die Träume waren nicht sehr groß, die Enttäuschungen sind es auch nicht, genauso wenig wie die Gefühle. Alles ist Mittelmaß. Man arrangiert sich halt. Als dann doch mal was geschieht, was sehr Schlimmes sogar, sind wir schon fast auf Seite 700, und zwischendurch hab ich viel gegähnt. Man merkt, dass der Autor seinen Protagonisten sehr mag, dass er viel Gefühl aufbringt für das Scheitern im Kleinen. Ich jedoch hätte mir doch noch mehr Großes, Bewegendes, Aufrührendes gewünscht.

Diese gottverdammten Träume von Richard Russo ist erschienen im Dumont Buchverlag (ISBN 978-3-8321-9824-4, 752 Seiten, 24,99 Euro).

 

 

 

Bücherwurmloch

 

book_nerd_nerdy_glasses_poster-r69a7473ad18b44adb6191e886ac1c734_sthp_8byvr_324

  1. Ich kann die Frage, #warumichlese – die in den letzten Wochen durch viele Blogs gegeistert ist – nicht beantworten. Ich lese. Punkt. Ich könnte was schwafeln von anderen Welten und Horizont erweitern, aber Fakt ist: Ich weiß nicht, warum ich lese. Ich denke nicht darüber nach. Es ist so, es war schon immer so, und es wird auch immer so sein. Mein Leben gibt es nicht ohne das Lesen.
  2. Ich besitze mehr Bücher als Schuhe.
  3. Ich besitze mehr Bücher als Klamotten.
  4. Ich besitze mehr Bücher als Make-up-Produkte.
  5. Wenn ich länger als einen Tag keine Zeit habe, um in meinem aktuellen Buch zu lesen, werde ich seltsam grantig und unrund. Wie ein Junkie, dem der Stoff fehlt. Bei mehr als drei Tagen werde ich schlicht unerträglich.
  6. Ich misstraue Menschen, die keine Bücher haben.
  7. Selbst wenn ich einen wahnsinnig anstrengenden Tag hatte, meine Augen brennen, mein Hirn voll ist und meine Batterien leer sind, greife ich noch zu einem Buch. Wenigstens für ein paar Minuten lesen. Das geschieht ganz automatisch.
  8. Eigentlich greife ich in jeder freien Minute zu einem Buch.
  9. Manchmal denke ich über ein Buch, das ich gerade lese, so intensiv nach, als seien die Figuren und Ereignisse real.
  10. Manchmal träume ich sogar von so einem Buch.
  11. Leute, die Astrid Lindgren, Otfried Preußler und John Irving nicht kennen, kann ich nicht ernstnehmen.
  12. Ich drehe meinen Kindern den Fernseher ab, um ihnen was vorzulesen.
  13. Wenn meine Kinder später mal zu Nichtlesern würden, müsste ich sie leider enterben.
  14. Ich denke manchmal, wenn meine Kinder später Bitte und Danke sagen und sich an Ronja Räubertochter erinnern können, dann hab ich wenigstens nicht alles falsch gemacht.
  15. Ja. Ich rieche an Büchern. Selten, aber doch. Die riechen aber eigentlich nicht so geil. Nach Papier halt, seien wir ehrlich.
  16. Ich hasse es, Bücher zu verleihen. Ich tue alles, um es zu vermeiden. Ich lüge sogar.
  17. Ich brauche Bücher. Ich will von Büchern umgeben sein.
  18. Wenn mein Mann Bücher aus dem Regal nimmt und achtlos auf den Boden legt, weil er sein Netzkabel einstecken will, sinniere ich über nicht nachweisbare Todesarten nach.
  19. Ich betreibe einen Literaturblog.
  20. Manchmal trifft mich ein Buch so sehr, als würde sein Autor meinen Brustkorb aufschneiden und direkt hineingreifen. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es Menschen gibt, die dieses Gefühl nicht kennen. Ich bin süchtig danach.
  21. Mit dem Geld, das ich in meinem Leben bereits in Bücher investiert habe, hätte ich sicher schon ein halbes Haus kaufen können.

Und wie ist das bei euch? Was macht euch zum Booknerd, welche eurer Eigenschaften können andere Menschen überhaupt nicht verstehen? Ich bin gespannt!

 

Bücherwurmloch

IMG_8771Vor einer Weile war ich im Vorsommerurlaub, und es war einfach herrlich: Strand, Sonne, Meer und Gelatooo. Gelesen hab ich auch, und zwar fünf Bücher, die in ihrer Taschenbuchausgabe schon lang auf meinem SuB darauf gewartet hatten, endlich ausgewählt zu werden. Einige kennt ihr vielleicht. Und ich warne euch gleich: Das wird jetzt eine ziemliche Motzerei, denn bis auf einen mochte ich eigentlich keinen der folgenden Romane.

Paula Hawkins: The girl on the train
Um dieses Buch gab’s ja einen ziemlichen Hype. Ganz ehrlich? Kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Da war ja Gone Girl noch besser! Die ersten 100 Seiten haben mich furchtbar gelangweilt und ich habe nur weitergelesen, weil ich a) im Urlaub war und nicht so viele Bücher mithatte und b) wissen wollte, was denn nun dran ist an dem Hype. Die trantütige Alkoholikerin Rachel ging mir wahnsinnig auf den Sack, sie ist selbstmitleidig und doof. In einer Nacht ist etwas geschehen, eine Frau ist verschwunden, aber sie war zu betrunken, um sich zu erinnern. Jö. Wie sie versucht, an Infos zu kommen, ist ebenso dämlich wie unglaubwürdig. Und keine Sekunde lang spannend. Ich seh’s mal wieder ein: Ich bin einfach nicht der Typ für Thriller.

Jan-Philipp Sendker: Das Herzenhören
Oh, wie herrlich kitschig! Das ist ein wunderbares Buch – und absolut perfekt für den Urlaub. Julia Win aus New York reist darin an einen völlig abgelegenen und fremden Ort: ein kleines Dorf in Burma. Sie sucht ihren Vater, der vor einigen Jahren verschwunden ist. „Was wissen wir von unseren Eltern, und was wissen sie von uns?“ Die rationale Julia bekommt eine berührende, zu Herzen gehende Geschichte erzählt, die sie nicht glauben kann und will und bei der sie doch spürt: Sie ist wahr. Einen Blinden und eine Lahme zusammenzutun, das klingt wie eine fast schon lächerlich einfache Parabel, ist aber so viel mehr: schlicht, ergreifend und klug. Zwar enthält das Buch Klischeesätze wie „Es gibt nur eine Kraft, die stärker ist als die Angst. Die Liebe.“ und „Muss man die Welt gesehen haben? Alle Gefühle, zu denen wir Menschen fähig sind, die Liebe und den Hass, die Angst und die Eifersucht, den Neid und die Freude, finden Sie in jedem Haus, in jeder Hütte.“ Schön ist es trotzdem und genau deswegen.

einzlkind: Gretchen
Das einzlkind geistert seit einer Weile herum, kam mir immer wieder unter, und während der Lektüre dieses Buchs dachte ich oft: „Was’n das?“ Ich weiß es nicht so genau. In Ansätzen witzig, aber in den Ausformulierungen hohl: So kommt Gretchen daher. Ich hab den Roman nur überflogen, konnte mich weder mit dem Stil noch mit der Geschichte anfreunden. Eine großkotzige Protagonistin, deren Überheblichkeit den Humorrahmen des Buchs ausmachen soll, Dialoge, die sich hochschwingen, aber sofort wieder abstürzen, und ein letztes Drittel, bei dem mir die Füße einschlafen. Die Autorenvita ist zudem die schlechteste, die ich je gelesen habe: Der Autor lebt. Sein Vorname ist vielleicht betamax. Obwohl er ja dann ein Videorekorder wäre. So viel aber kann verraten werden: Ein Videorekorder ist er nicht. Ansonsten gibt es kaum Neues zu berichten. Das zeigt schon, wie unlustig dieses Buch ist.

Cornelia Travnicek: Chucks
„Eine starke neue Stimme“ wurde die 1987 geborene Österreicherin genannt, als ihr Erstling 2012 erschien. Ich hab mir so einiges erwartet von ihr – und war reichlich enttäuscht. Da gibt’s eine, Mae heißt sie, die trägt die roten Chucks ihres Bruders, der tot ist, und verliebt sich in einen, der Aids hat. Das ist tragischer Stoff, der sich einem ins Herz bohren könnte. Stattdessen kommt der lahme, schmale Roman betont blasiert, versifft und uninteressiert daher. Als hätte er mit all dem, was in ihm steckt, nichts zu tun. Die faden, teilweise erstaunlich schlecht formulierten Sätze schaben nur an der Oberfläche, echtes Gefühl kommt keines zustande. Absolut zu vernachlässigen.

Judith W. Tischler: Roman ohne U
Halleluja! So viel Gutes hatte ich gehört von diesem Buch. Am Strand hab ich es endlich gelesen – und hätte schreien mögen. Vor Wut! Spannende Geschichte, durchaus, aber aufs Papier gebracht in einem derart schludrigen, sauschlechten Stil, dass es ein Graus ist. Wegen der vielen Schnitzer, abgeschmackten Formulierungen und Holprigkeiten war der Roman für mich beinahe unlesbar. Dabei hätte ich mich sehr wohl begeistern können für die Story über einen, der wegen eines dummen Streichs in ein sibirisches Lager geschickt wird, dort seine große Liebe trifft und mit ihr ums Überleben kämpft. Die furchtbar blöde Rahmenhandlung um ein Ehepaar mit vier Kindern, das sich nie geliebt hat, hat das zur Gänze kaputtgemacht. Am schlimmsten fand ich die Angaben über Alter, Lieblingsspeise und Zukunftspläne bei jeder Figur – das liest sich wie eine Charakterstudie zur Vorbereitung eines Romans, nicht wie ein eigentlicher Roman. Grauenhaft!

High Five

emanuel bergmann / foto:philipp rohner

Wenn ich eine Figur aus einem Roman wäre, dann würde ich daran zweifeln, ob hinter dem Ganzen ein intelligenter Schöpfer steckt.

Ich ordne meine Bücher nach Farbe im Regal an! Funktioniert jedes Mal!

Das Cover meines aktuellen Buchs hat mein Verleger Philipp Keel ausgesucht. Es ist ein Werbeposter für einen Zauberkünstler aus dem frühen 20. Jahrhundert, und es gefällt mir ausnehmend gut.

Viel zu selten verwendet wird das Wort „derweil“. Warum eigentlich? Ich finde es schön. Ebenso wie „Triebtäter“. Was ist aus dem guten, alten „Triebtäter“ geworden?

Das Buch meines Lebens ist ein Notizbuch voller verführerisch leerer Seiten.
thumb_IMG_9177_1024Emanuel Bergmann hat in Los Angeles Film und Journalismus studiert und war viele Jahre lang für verschiedene Filmstudios, Produktionsfirmen und Verlage in den USA und Deutschland tätig. Heute unterrichtet er Deutsch, übersetzt Bücher und schreibt Artikel. Sein erster Roman Der Trick ist im Diogenes Verlag erschienen. Foto von Philipp Rohner/Diogenes Verlag.