Kleine Köstlichkeiten: 4 Sterne

Angerer„Die Sehnsucht nach Licht“
Eine Facebook-Freundschaftsanfrage an Weihnachten – das wäre eigentlich nichts Besonderes. Doch das Profilbild, das Valerie da sieht, ist nicht von irgendwem. Sondern von Bojan. Er ist der Vater ihrer Tochter. Er war ihre erste große Liebe. 30 Jahre lang hat sie ihn nicht gesehen. Und das hat einen Grund: Die Beziehung war keine gute. Sie hat ihre Spuren hinterlassen, sie hat vermutlich, das könnte man so sagen, Valeries Leben zerstört. Denn als sie Bojan traf, war sie jung und naiv, lieb, hübsch, sie wollte noch so viel. Plötzlich war sie verrückt nach diesem vermeintlichen Künstler, der dubiosen Geschäften nachging, an jeder Hand mindestens ein Mädchen hatte, Valerie abfällig „Madame“ nannte und sich nicht besonders um sie bemühte. Sie wollte ihm gefallen. Sie wollte, dass er sie liebte. Um seine Aufmerksamkeit zu bekommen, tat sie viel – und ließ sich viel gefallen. Denn der manipulative Bojan war nicht nur abschätzig, untreu und kriminell, sondern auch gewalttätig.

Ich hab dieses Buch in zwei Stunden inhaliert. Der Roman von Ela Angerer, die sich als Autorin, Theaterschreiberin und Kolumnistin einen Namen gemacht hat, ist scharf und intensiv. Er schmeckt nach einer leeren Wohnung, nach Wein und Blut. Sie erzählt darin die Geschichte einer Frau, die in jungen Jahren blind ins Verderben gelaufen ist, von Abhängigkeit und der seltsamen Fähigkeit des Menschen, sich selbst zu belügen, die Augen zu verschließen vor der Wahrheit – selbst wenn diese einem direkt ins Gesicht schlägt. Im Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart wird klar, welch weitreichende Folgen die Begegnung mit Bojan für Valerie hatte und wie anders ihr Leben ohne ihn mit Sicherheit verlaufen wäre. Denn an dem Weihnachtsabend, an dem sie seine Freundschaftsanfrage erhält, ist Valerie ganz allein.

Wie blind sind wir, wenn wir lieben? Wie weit gehen wir, um zurückgeliebt zu werden? Und wann kommt der Moment, in dem der Wille, zu überleben, doch stärker ist als alles andere? Das sind die Fragen, auf die Und die Nacht prahlt mit Kometen Antworten gibt, fiktive Antworten aus dem Pool der Möglichkeiten, die das Leben bietet. Und beachtet bitte kurz das grandiose Cover, das mir wahnsinnig gut gefällt, weil es nicht nur ästhetisch schön ist, sondern zugleich, durch diese nicht vorhandene Schattenfigur, einen raffinierten Hinweis auf den Inhalt des Romans enthält. Sehr klar und geradlinig ist zudem Ela Angerers Sprache, angenehm zu lesen, einfühlsam und klug. Absolute Empfehlung!

Und die Nacht prahlt mit Kometen von Ela Angerer ist erschienen im Aufbau Verlag (ISBN 978-3-351-03647-8, 191 Seiten, 19,95 Euro). Und hier könnt ihr der Autorin beim Lesen zuschauen und zuhören.

Bücherwurmloch

„Es fühlte sich an wie für die Ewigkeit“
Menschen, Orte, Gefühle: Rabenkinder ist ein Mosaik, es besteht aus vielen Splittern und verschiedenen Perspektiven. Gemeinsam ist ihnen der Kampf mit alten Verletzungen, die Hoffnung auf etwas Besseres und der Mut, danach zu suchen. (Hier findet ihr übrigens eine Leseprobe.) Einen dieser Splitter stellt euch die Autorin Heike Duken persönlich vor, und zwar das Kapitel „Pablomas“. Sie liest für euch in einer tollen Location, mit professioneller Unterstützung und mit einem grandiosen Hut. Vorhang auf für Rabenkinder, Longlist-Kandidat für den Blogbuster 2017:

Pablomas from Hartmut Knipp on Vimeo.

 

Für Gourmets: 5 Sterne

Würger„Die Wahrheit sind die Geschichten, die wir uns so lange erzählen, bis wir glauben, sie wären Wirklichkeit“

„In Cambridge habe ich gelernt, wie viel Großes der Mensch leisten kann: Er kann die Grundlagen der formellen Logik entwickeln, die Geschwindigkeit des Lichts errechnen und ein Medikament gegen Malaria finden. Aber in Cambridge habe ich auch gelernt, was der Mensch in seinem Kern ist: ein Raubtier.“

Hans ist neunzehn, als er an die Universität Cambridge kommt, und er ist allein. Er ist Boxer, und daher rührt auch die Aufgabe, die er bekommt: Er soll erreichen, dass der elitäre Pitt Club ihn als Mitglied aufnimmt. Er soll sich dort einschleichen und ein Verbrechen aufklären, über das er nichts weiß. Helfen soll ihm dabei die geheimnisvolle Charlotte, zu der er sich hingezogen fühlt. Doch je tiefer Hans in die universitären Boxerkreise vordringt, umso mehr stellt sich die Frage: Wie viel muss er mitmachen, um seine Tarnung nicht aufzugeben? Und wer wird am Ende den Preis dafür bezahlen?

Seiner Biografie zufolge ist Takis Würger – der ja schon einen spektakulären Namen hat, bitte – ein wilder Kerl. 1985 geboren, war er an der Henri-Nannen-Schule und hat als Reporter aus Libyen, dem Irak und Afghanistan berichtet, bevor er zum Studium nach Cambridge ging. Er ist Boxer. Er gehört selbst vielen Clubs an, darunter besagter Pitt Club. Und auch die Story, die er in seinem Debütroman erzählt, klingt wild, erinnert zuweilen an Fight Club. Allein: Sie ist es nicht. Sie ist vielmehr zart, sanft und überraschend poetisch, sehr melancholisch. Dass jemand eine derart thrillermäßige Geschichte in so leisen Tönen erzählen kann, ist nicht selbstverständlich. Und zugleich ist es absolut wunderbar.

Takis Würger lässt nicht nur seinen Protagonisten Hans sprechen, er springt in kurzen Episoden von einer Figur zur anderen wie ein fröhlicher Grashüpfer. Bemerkenswert dabei: Er wechselt den Stil, stattet jeden Charakter mit einer eigenen Stimme aus. Da gibt es die verletzliche Charlotte und Hans’ überforderte Tante Alex, den reichen Snob Josh und Charlottes Vater Angus, der gar nicht weiß, welche Ereignisse er vor Jahrzehnten ins Rollen gebracht hat. Sie alle sehe ich durch das Kaleidoskop, sie purzeln durcheinander, jeder rückt ins Bild und verschwindet wieder, bis sich am Ende ein erkennbares Muster ergibt. Der rote Faden, der alles zusammenhält, ist satte, blinde Einsamkeit. Sie sind traurig, diese Figuren, sie sind allein. Weder viel Geld noch viele Siege im Boxring werden daran etwas ändern. Und auch die Rache vermag es nicht. Holt euch dieses raffinierte Büchlein, erwartet nichts, und ihr werdet alles bekommen.

Der Club von Takis Würger ist erschienen bei Kein & Aber (ISBN 978-3-0369-5753-1, 240 Seiten, 22,60 Euro). Hier könnt ihr dem Autor (der natürlich auch noch gut aussieht, das war ja klar!) beim Lesen zusehen und zuhören.

Kleine Köstlichkeiten: 4 Sterne

Balzano„Sie sind spurlos verschwunden, denn die Mühe der armen Leute hinterlässt niemals Spuren“
Ninetto ist arm, sie nennen ihn Pelleossa, Haut und Knochen, so dünn ist er. In seinem Heimatdorf gibt es kaum was zu beißen, und als Ninettos Mutter einen Schlaganfall erleidet, schickt der Vater den Neunjährigen von Sizilien nach Mailand.

„Mailand ist eine Stadt voller Lichter, da ziehen Leute aus ganz Italien hin.“

Ninetto schlägt sich durch, er ist ein kleiner Überlebenskünstler, und meistens ist er allein.

„Ninè, es gibt keine Freunde. Es gibt nur Leute, mit denen man sich die Zeit vertreibt, wenn man nichts zu tun hat und nicht an seine Scheißsorgen denken will.“

Das hat ihm der Vater gesagt, und obwohl Ninetto ab und an bei Erwachsenen Unterschlupf findet – Freunde hat er wirklich keine. Dann verliebt er sich in Maddalena, und als sie fünfzehn sind, heiraten sie.

„Doch schon nach kurzer Zeit haben wir nicht mehr an unsere Träume gedacht. Wir haben vergessen, dass es sie gibt.“

Und so blickt Jahrzehnte später ein alter, resignierter Ninetto zurück auf das, was geschehen ist. Auf das, was er getan hat – und was er falsch gemacht hat.

„Ja, denn wenn ich mich in meinen Geschichten verliere, bin ich nicht mehr Haut, Knochen und Muskeln. Nur noch Seele und Stimme.“

Marco Balzano hat für diesen Roman mit vielen Menschen gesprochen, die in den 1950er- und 1960er-Jahren als Kinder unter zwölf Jahren emigriert sind. Auch seine eigenen Eltern sind Süditaliener, die ihr Glück im Norden gesucht (und offenbar gefunden) haben. Mit seinem Ich-Erzähler Ninetto gibt Marco Balzano in seinem dritten Roman diesen Kindern eine Stimme. Fasziniert war er davon, dass diese gefährliche, entbehrungsreiche Zeit für diese Menschen, die heute etwa siebzig sind, auch ein großes Abenteuer war – im Gegensatz zu den vierzig Jahren abstumpfender Fabriksarbeit, die darauf folgten.

Ich kannte Marco Balzano bereits von seinem wunderbaren Buch Damals, am Meer, das nichts anderes als grandios ist und das ihr unbedingt lesen solltet. Das Leben wartet nicht ist im Vergleich dazu nicht so lebendig, gewitzt und ausgeklügelt, es ist vielmehr ein recht eindimensionaler Erlebnisbericht, das liegt in der Natur der Sache. Für sich genommen, ohne diesen sowieso unnötigen Vergleich, ist dieser Roman die berührende Erzählung eines Zeitzeugen, gefüllt mit den klugen Aussagen derer, die wenig Bildung haben, aber viel Lebensweisheit. Ninetto schwelgt in Erinnerungen, denn im Alter bleibt ihm nichts anderes mehr. Er gehört zum alten Eisen, das keiner mehr will, und er denkt zurück an seine Anfänge. Er hatte vielleicht kein sehr gutes Leben – aber zuhause in Sizilien wäre er vermutlich verhungert. Marco Balzano ist sehr nah dran an seinem Erzähler, er blickt durch seine Augen, fühlt mit seinem Herzen, spricht mit seiner Stimme. Ein sehr besonderes und wichtiges Buch.

Das Leben wartet nicht von Marco Balzano ist erschienen im Diogenes Verlag (ISBN 978-3-257-06983-9, 304 Seiten, 22 Euro). Hier findet ihr die Besprechung von novelero.

Gut und sättigend: 3 Sterne

Aydemir„Es geht nur darum, den anderen überzeugende Lügen zu erzählen und sich nicht erwischen zu lassen“
„Wenn wir in der Familie miteinander reden, tun wir nämlich immer so, als gäbe es einen Gott und die Hölle und so. Das hilft dabei, irgendwelche Begründungen für irgendwas zu finden und weniger Angst vor dem Tod zu haben, und vor allem hilft es dabei, uns Dinge zu verbieten.“ Für Hazal, Tochter türkischer Einwanderer in Berlin, ist ziemlich viel verboten: Abends darf sie nicht raus, sondern schaut doofe türkische Serien mit ihren Eltern und kocht ihnen Tee, einen Freund darf sie nicht haben, bei ihren Freundinnen darf sie nicht übernachten. Außerdem findet sie keinen Ausbildungsjob, hat keine Perspektiven, und deswegen ist Hazals Leben einfach kacke. Als sie gemeinsam mit drei anderen Mädchen an ihrem Geburtstag an der Tür eines Clubs abgewiesen wird, entlädt sich ihr Frust, und die Situation gerät völlig außer Kontrolle. Hazal flieht nach Istanbul und muss dort erkennen: Nur weil du vor deinen Problemen wegläufst, lösen sie sich nicht in Luft auf.

Ellbogen ist ein höchst aktueller und ebenso brisanter Roman. Bestimmt habt auch ihr die Bilder im Kopf, die durch die sozialen Medien gingen und gehen, von Jugendlichen, die in der U-Bahn wehrlose Menschen niedertreten, verprügeln, anpinkeln. Fatma Aydemir, die 1986 in Deutschland geboren wurde und als freie Autorin für diverse Zeitungen und Magazine schreibt, hat diese Gewalt zum Thema ihres Debüts gemacht, die so viele in Angst versetzt. Woher kommt sie, wo liegt ihr Ursprung? Dabei will sie das Verhalten der Einwandererkinder, die orientierungslos sind und wütend, nicht rechtfertigen, nicht einmal erklären. Sie erzählt vielmehr eine fiktive Geschichte – die real sein könnte. Sie gibt durch ihre Ich-Erzählerin Hazal Einblick in das Leben einer jungen Türkin, die in Berlin wohnt, also in einer freien Welt lebt, und dennoch gefangen ist. Zwischen veraltetem Türkisch, ebenso veralteten Traditionen und einem Deutschland, das es ihr in ihren Augen unmöglich macht, gut zu leben, befindet sie sich in einem Niemandsland. Dort sammelt sich der Zorn. Dort sammelt sich die Sehnsucht. Dort sammelt sich der Hass.

Was Fatma Aydemir grenzgenial gelungen ist, ist der Ton dieses Buchs. Es hört sich wirklich an wie eine junge Deutschtürkin. Das Rotzige, das Bissige hat mich, ich geb es zu, sehr genervt – was absolut dafür spricht, dass es authentisch ist. Dass Hazal keine Identifikationsfigur ist, stört mich nicht weiter, weil ich es gut finde, wenn ein Buch Charaktere hat, die verachtenswert sind. Denn so sind auch die Menschen. Hazals Perspektive ist stark eingeschränkt und dadurch sowohl glaubwürdig als auch problematisch. Hazal ist ungebildet und egozentrisch, das merkt man vor allem im zweiten Teil des Buchs, als sie in der Türkei in die politischen Unruhen gerät. Sie versteht nicht einmal, was vor sich geht, und es ist ihr auch egal. Natürlich wäre es falsch gewesen, hätte Fatma Aydemir hier plötzlich begonnen, zu kommentieren und zu erläutern. Gleichzeitig aber wirkt es auf mich, als sei sie selbst in ihrer Protagonistin gefangen, sie kann aus dieser Perspektive heraus nichts begreiflich machen, nur mitschwimmen und versuchen, den Kopf oben zu behalten. Alles verliert sich, und auch dadurch wird die Kernbotschaft erneut klar: Aus ihrem eigenen Ich, der Art, wie sie aufgewachsen und sozialisiert ist, gibt es für Hazal keinen Ausweg.

Im Klappentext des Romans steht: „… stellt Fatma Aydemirs Debütroman eine große Frage: Was kann in dieser Welt aus einem Mädchen wie Hazal schon werden? Und gibt eine ebenso große Antwort: Alles.“ Als Texterin erkenne ich die pathetische Schönheit dieses Satzes, doch die Wahrheit – das zeigt der Roman sehr deutlich – ist: Nichts kann aus einem Mädchen wie Hazal in dieser Welt werden. Gar nichts.

Ellbogen von Fatma Aydemir ist erschienen in den Hanser Literaturverlagen (ISBN 978-3-446-25441-1, 272 Seiten, 20 Euro). Hier findet ihr eine Besprechung bei Caterina von SchöneSeiten.

Bücherwurmloch

Foto VerlagInterview und Leseprobe
Ich hab euch ja schon verraten, dass „Rabenkinder“ richtig gut ist. Das Manuskript von Heike Duken ist mein Favorit für den Blogbuster 2017 und steht nun auf der Longlist. Was ihr aber noch nicht wisst, ist, dass Heike Duken auch überaus sympathisch ist. Davon könnt ihr euch im folgenden kurzen Interview überzeugen. (Ich musste natürlich über die Sache mit den Österreichern sehr lachen.) Sie hat die Fragen beantwortet, die allen Longlist-Autoren gestellt werden (die anderen findet ihr hier). Und wer weit genug runterscrollt, wird mit dem Link zur Leseprobe von „Rabenkinder“ belohnt – damit ihr selbst seht, dass das Buch es verdient hat, ganz vorn mit dabei zu sein.

Du stehst auf der Longlist des Blogbuster-Preises. Hättest Du damit gerechnet?
Nein. Aber ich hatte so ein Gefühl: Das ist eine Chance. Vor allem, als ich gelesen hatte, was die Bloggerin vom Bücherwurmloch sich von den Texten erwartet. Ich dachte, das könnte tatsächlich klappen. Aber ich wusste natürlich nicht, wie gut die anderen Manuskripte sind, und habe pausenlos meine Mails gecheckt. Ich freue mich riesig. Danke, Mareike Fallwickl!

Warum hast Du Dich gerade bei dem Blog „Bücherwurmloch“ beworben?
Erst einmal ist die Bloggerin Österreicherin. Österreicherinnen ist literarisch alles zuzutrauen, wirklich. Meine Vorurteile haben sich immer wieder bestätigt. Und dann ihre Vorstellung bei Blogbuster: Von guter Literatur erwarte ich: dass sie mich rausreißt, mich wach macht, im Idealfall richtiggehend aufschneidet, mir ins Gesicht schlägt. Da wusste ich, diese Bloggerin hält was aus. Das war wichtig. Ich habe dann sehr gehofft, mein Roman könnte sie tatsächlich herausreißen und berühren, und das hat er geschafft.

 Blogbuster ist ein etwas anderer Literaturwettbewerb. Was hat Dich gereizt, daran teilzunehmen?
Hier wird nicht zuerst die Marktfähigkeit geprüft, die Blogger gehen anders an die Texte heran, denke ich. Mein Roman hat keinen Protagonisten im herkömmlichen Sinne, wechselt die Perspektiven wie ansonsten Helden ihre Hemden, nimmt Abkürzungen und lässt Leerstellen. Mich hat gereizt, damit erst einmal diese eine kompetente Leserin einzufangen und nicht gleich einen ganzen Betrieb, der auch betriebswirtschaftlich denken muss. Der Preis an sich ist außerdem so etwas wie ein Sechser im Lotto und die Jury der Hammer.

14523272_1342675139083457_197248595740756655_nDie erste Hürde ist genommen, welche Chancen rechnest Du Dir aus, auch die Fachjury zu überzeugen?
Keine Ahnung! Ich schwanke zwischen Größenwahn und Minderwertigkeitskomplex, aber die meiste Zeit denke ich: das wäre ja ZU SCHÖN. Mein Roman wird vielleicht polarisieren. Die Fachjury möge einfach eine weise Entscheidung treffen.

Wie lange hast Du an dem Romanmanuskript geschrieben und was hast Du bisher schon unternommen, um einen Verlag zu finden?
Ich habe etwa zwei Jahre an diesem kurzen Roman geschrieben, teils mit Unterbrechungen, teils sehr intensiv. Mir ist jedes Wort wichtig. Und was ich schon unternommen habe? Viel. Wirklich. Nächste Frage, bitte. 

Was wirst Du zusammen mit Deinem Blogger noch unternehmen, um Dich und Dein Manuskript zu promoten?
Es wird ein Video geben, in dem ich eine Passage lese. Oder wir machen aus mir die Kandidatin mit Schicksal? Die gibt es in jeder Casting-Show, gerne Drogen, Mobbing oder schwere Kindheit. Nein, das war ein Scherz. Gemacht von der schwarzen Seite meiner Seele.

Wie versprochen, könnt ihr hier nun mehr von meinem Favoriten lesen. Ich bin sicher: Ihr werdet das auch als Nicht-Österreicher gut finden!

Kleine Köstlichkeiten: 4 Sterne

Lehane„Die Welt kann sich verändern, aber der Mensch bleibt immer gleich“
Im Boston der Prohibition ist der junge Joe in wilde Machenschaften rund um den Schmuggel von Alkohol verwickelt. Er treibt Geld ein, raubt Banken aus, geht in den geheimen Speakeasys – den Flüsterkneipen – ein und aus. Es ist eine gefährliche Zeit:

„In Charlestown rührten sich die Leute sogar mit ihren 38ern Zucker und Sahne in den Kaffee.“

So dauert es auch nicht lange, bis Joe in ernsthafte Schwierigkeiten gerät – und schuld daran ist natürlich eine Frau. Er verknallt sich in die schöne Emma Gould, und er vertraut den falschen Leuten. Doch das ist noch lange nicht das Ende der Geschichte, denn auch hier gilt: Man sieht sich immer zweimal im Leben …

In der Nacht von Dennis Lehane ist Action pur. Hinter dem – wie üblich – schlichten Cover von Diogenes wird gemordet und geraubt, geschmuggelt und geschossen. Es geht in diesem Roman, der soeben mit Ben Affleck in die deutschen Kinos kam, heiß her. Das sind Ganoven der alten Zeit, wie man sie sich vorstellt, Gangster im Nadelstreifanzug und mit Hut, Zigarre in der einen Hand, 38er in der anderen. Jeder bescheißt jeden, und so manch einer wird umgelegt, ehe er überhaupt den Mund aufmachen kann. Herrlich schwarze Gangster-Jargon-Sätze und -Dialoge vermitteln das dazugehörige Feeling, zum Beispiel:

„Nehmen Sie lieber den Zug, Gary. Sonst legen wir Sie drunter.“

Oder:

„Ein echtes Kunstwerk, die Frau. Wer in ihr einschläft, kommt dem Himmel bestimmt ziemlich nahe.“

Dennis Lehane und ich kennen uns schon lange. Als ich Anfang zwanzig war, war ich ein großer Fan seiner nervenzerfetzenden Storys. Ich habe die gesamte in den 1990ern erschienene Reihe rund um den Ermittler Kenzie Gennaro gelesen, darunter die Titel A drink before the war, Darkness, take my hand und Prayers for rain, das Dennis Lehane einen grandiosen Aufschwung brachte, weil Bill Clinton damit gesichtet wurde. Dennis Lehane hat zudem ein Händchen für filmreiche Stoffe: Mystic River wurde von Clint Eastwood verfilmt, in Shutter Island spielte Leonardo di Caprio unter der Regie von Martin Scorsese. In beiden Fällen gilt: Das Buch ist besser! (Das muss ich ja sagen.) Ich hab sie damals alle auf Englisch gelesen und bilde mir ein, dass Dennis Lehane im deutschsprachigen Raum noch nicht so bekannt war. Das haben die Filme mit Sicherheit geändert, und der Diogenes Verlag hat sich in der Zwischenzeit dieser amerikanischen Spannungsromane angenommen. Nun wollte ich also sehen, ob wir es noch können, der Dennis und ich, nach all den Jahren. Jaaa, durchaus! Zwar hat In der Nacht mit seinen fast 600 Seiten Längen, und ich gestehe, dass ich am Ende ein wenig sauer war, weil Dennis Lehane mir DAS, was ich euch nicht verraten kann, doch noch antut, aber alles in allem ist dies der perfekte Unterhaltungsroman: gewitzt und originell, fesselnd und gefühlvoll. Ein wilder Ritt im Nadelstreif.

In der Nacht von Dennis Lehane ist erschienen im Diogenes Verlag (ISBN 978-3-257-06872-6, 592 Seiten, 10 Euro).

Gut und sättigend: 3 Sterne

Pollatschek„Der Vorteil einer beschissenen Kindheit ist, dass man lernt, routiniert mit Katastrophen umzugehen“
Thene hat’s jetzt nicht unbedingt sehr schwer, aber sehr leicht auch nicht. Die 25-Jährige aus Heidelberg studiert in Oxford, hat zuhause einen Freund, mit dem sie regelmäßig gemütliche Ausflüge in den Odenwald macht, und es wäre alles gut, wäre da nicht Thenes Mutter. Die ist gelinge gesagt ein wenig anstrengend.

„Es gibt Menschen, die liebt man, aber man kann sie nicht leiden.“

Das trifft es ganz gut: Thenes Mutter ist eine, die man nicht leiden kann. Sie streitet. Sie schreit. Sie manipuliert alle. Sie verschleudert ihr Geld, braucht wahnsinnig viel Aufmerksamkeit, macht die gesamte Familie verrückt und vernachlässigt jedes ihrer Kinder von unterschiedlichen Männern auf andere Weise. Thenes Eltern sind lange schon getrennt, sie hat noch zwei Halbgeschwister, der Vater ist inzwischen schwul. Es gelingt Thene, obwohl sie sich der Dynamik bewusst ist und ihr Mantra „Du bist nicht das Opfer deiner Familie“ nicht, sich von ihrer Mutter abzugrenzen. Und dann wird es schräg. Sehr schräg. Richtig, richtig schräg. So schräg, das könnt ihr euch gar nicht vorstellen.

Ich habe Nele Pollatschek letztes Jahr auf der Frankfurter Buchmesse Auszüge aus diesem Buch lesen gehört, und Leute, sie hat das hervorragend gemacht. Sie war entzückend und überzeugend, wie eine Schauspielerin hat sie den Text vorgetragen. Umso neugieriger war ich auf das gesamte Buch. Und es hat mich verblüfft, denn ich hatte nicht erwartet, dass es derart abstrus sein würde, bitterböse, schnoddrig, humorvoll.

Im ersten Teil fühle ich mich sehr angesprochen, besonders in den Szenen mit den passiv-aggressiven Vorwürfen der Mutter. Das ist etwas, das ich bestens kenne, und der bissige Ton, die fetzigen Dialoge, der wilde Sarkasmus sind ein absolutes Vergnügen. Ja, denke ich da, ja, so geht’s mir auch. Ich frage mich natürlich auch gleich, ob da was Autobiografisches dran ist, und suche in Neles Danksagung nach einer Erwähnung ihrer Mutter, die es nicht gibt. Mit der Zeit wird mir dann klar, dass Nele Pollatschek nicht viel von einer glaubwürdigen, realistischen Handlung hält. Und das muss man mögen oder darauf muss man sich zumindest einlassen können. Sie lässt alles völlig ausarten, entgleisen, und das ist so überzogen, dass es auf eigenartige Weise schon wieder ironisch wirkt. Die ultimative Befreiung. Und vielleicht, ja, doch wünscht sich das jeder insgeheim, dass er sich derart von seiner Familie befreien könnte, von denen, mit denen man untrennbar verbunden ist, egal, was man tut. Ich werde nicht spoilern, aber wenn ihr dieses Buch lest, muss euch klar sein, dass es gestört ist. Völlig crazy. Rasant, merkwürdig, lustig, launisch, absolut originell und hochgradig ungewöhnlich. Es ist ein Abenteuer, das mich amüsiert zurückgelassen hat – und mit einem großen WTF auf meiner Stirn.

Das Unglück anderer Leute von Nele Pollatschek ist erschienen im Galiani Verlag (ISBN 978-3-86971-137-9, 224 Seiten, 18,99 Euro). Hier könnt ihr Nele auch ein bisschen lesen sehen, hier könnt ihr ihr beim Marschieren und Kaffeetrinken zuschauen.

Bücherwurmloch

Bildschirmfoto 2017-02-20 um 09.55.24„Sie sagt, du brauchst keine Angst zu haben. Du hast nur geträumt. Aber das stimmt nicht“
Charly ist gestorben. Die Schildkröte, die 1976 zu Nele, Karen und Hannes ins Haus kam, ist vierzig Jahre alt geworden – die drei Geschwister sind lange schon fort. Die Eltern, Mutter Frieda und Stiefvater Heinrich, wollen Charly beerdigen und laden dazu die ganze Familie ein. Doch das ist nicht einfach irgendein Familientreffen, denn dies ist keine Familie, die jeden Sonntag beim Braten zusammensitzt. Sie ist vielmehr eine zufällige Ansammlung von Menschen, die alle auf ihre Art zerbrochen sind. Heinrich, der aus seiner Kindheit voller Gewalt heraus dagegen angekämpft hat, selbst zu verletzen, was ihm nicht gelungen ist. Alexander, Heinrichs Sohn aus erster Ehe, den er verlassen, aber nie vergessen hat. Nele, die nach mehreren Fehlgeburten ein beeinträchtigtes Kind in China adoptiert hat, Max, der keinen Vater hat und so viel Wut in sich. Karen, die riskiert, dass ihr drogensüchtiger Sohn Tim vor ihrer eigenen Haustür erfriert. Hannes, der viel fühlt und wenig spricht, dessen Sohn Jan verzweifelt ist, weil seine Freundin Meytab vergewaltigt wurde. Sie alle tragen schwer an ihren Geschichten, an ihren seelischen Wunden. Sie alle kommen, um sich von Charly zu verabschieden. Und als sie einander sehen, blicken sie in ihre eigenen Abgründe. Aber so ist es in allen Familien: Erst muss etwas aufbrechen, um dann vielleicht endlich heilen zu können.

Rabenkinder von Heike Duken hat für mich von Anfang an geleuchtet. Angefunkelt hat es mich, schon nach der ersten Seite, nach dem Prolog, ich war sofort angefixt. Von allen 26 Leseproben war dies die eine, die mich ganz innen drin getroffen hat. Ich wusste schon da, dass das gut sein würde. Ich wusste, dass das mein Buch war. Ich wollte es unbedingt lesen, und nach zwei atemlosen Stunden am Bildschirm mit hektischem Scrollen war mir klar, dass ich mein Siegermanuskript gefunden hatte. Als wir mit dem Blogbuster begonnen haben, habe ich geschrieben: Ich langweile mich schnell, und von guter Literatur erwarte ich genau das Gegenteil: dass sie mich rausreißt, mich wach macht, im Idealfall richtiggehend aufschneidet, mir ins Gesicht schlägt. Etwas in mir anrührt, Empfindungen auslöst – die gar nicht nur positiv sein müssen. Und genau das hat Rabenkinder geschafft. Es hat mich traurig gemacht und nachdenklich, es hat mich verzweifeln lassen, aber auch zum Lächeln gebracht.

Bildschirmfoto 2017-02-20 um 09.55.46Was mich an Heike Duken so fasziniert, ist nicht nur, dass sie schreiben kann. Sondern dass sie sich traut, mit dem Schreiben aufzuhören. Sie hat den Mut, zu schweigen. Nicht alles auszuerzählen. Den Leser selbst hineinfühlen zu lassen. Sie glaubt an ihn und daran, dass er die leisen Zwischentöne hören kann. An vielen Kapitelenden hängen starke Sätze in der Luft, die lange nachklingen, die gar nicht wuchtig sind und doch wie Wurfsterne wirken, wie Schläge. Das ist großartig und macht Rabenkinder zu einem harten, intensiven Buch, das man aushalten muss. Der Roman setzt sich zusammen aus lauter Splittern, aus der Vergangenheit und Gegenwart, in verschiedenen Perspektiven, wie ein Mosaik. Und erst einmal macht nichts daran Sinn, man braucht Geduld. Aber wenn man sie aufbringt, dann lohnt es sich – sogar sehr.

Foto Verlag
Foto von Alexander Blanke

„Ich glaube nämlich, dass wir einander nicht kennen und vieles nicht voneinander wissen, gerade in Familien. Eine Ausbilderin sagte einmal: Kinder kennen ihre Eltern überhaupt nicht. Sie sehen sie nur als Mutter und Vater und auf sich selbst bezogen“,

sagt Heike Duken, die an Schreibwerkstätten mit Josef Haslinger und Thomas Hettche teilgenommen und mit einem Auszug aus diesem Manuskript das Stipendium des Deutschen Literaturfonds erhalten hat.

„Und was mich immer wieder beschäftigte, waren diese Geschichten von Kindern, die ihre Eltern nicht glücklich machen. Frauen, die zwischen anderen Müttern sitzen und wissen, dass sie anders sind, gezeichnet, weil ihre Kinder sich verweigern und ihren Weg und ihr Glück nicht finden.“

Das ist ein Aspekt von Rabenkinder, der auch im Titel steckt. Und doch ist da noch mehr:

„Es ist auch eine Geschichte über das, was ich beruflich so in mich hineinnehme, und was dann wieder heraus muss“,

erklärt Heike Duken, die als Psychotherapeutin mit eigener Praxis arbeitet.

„Ich hatte eine Zeit lang viele vergewaltigte Frauen bei mir in Therapie. Es war grauenhaft. Die Taten zerstörten so viel im Leben dieser Frauen, und ich habe ihren Überlebenswillen versucht zu unterstützen, und sie waren so stark. Ich wollte etwas über die Dissoziationen schreiben und über das Überleben. Über das wahrhaft Zerstörerische von Gewalt in jeder Hinsicht. Ohne mit dem Finger auf jemanden zu zeigen, sondern um das Geschlagene und Zerbrochene zu verstehen und zu beschreiben.“

Das ist ihr gelungen. Und doch zeigt Heike Duken auf gerade mal 233 Seiten nicht nur Gewalt und ihre Folgen, sondern auch Positives. Ein bisschen Hoffnung. Das Bemühen jedes Einzelnen, etwas Gutes einzubringen, etwas zu verändern, selbst wenn es nur sehr kleine Dinge sind. Im letzten Teil des Romans folgt keine kitschige Hollywood-Versöhnung, sie wäre völlig fehl am Platze, und doch gibt es mancherorts ein Gespräch, wo vorher Schweigen war, oder Hilfe, wo vorher Unverständnis war. Es gibt die Aussicht, dass die Kinder es besser machen werden als ihre Eltern, eine Chance, die jede Generation aufs Neue bekommt. Nichts davon spricht Heike Duken aus, aber das muss sie auch nicht. Man kann es sehr deutlich spüren.

Kleine Köstlichkeiten: 4 Sterne

Tremain„Weil so das Leben ist. Man kann nie zurück, wenn etwas erst einmal vorbei ist“
Gustavs Kindheit ist grauenhaft. Er lebt mit seiner Mutter in den 1940er-Jahren in einer Schweizer Kleinstadt – und obwohl sie ihn nicht schlägt oder misshandelt, ist sie ihm gegenüber so lieblos, dass der kleine Gustav fast verkümmert. Verzweifelt klammert er sich an die Freundschaft zu Anton, dessen reiche Familie jüdisch ist. Anton ist alles für ihn, der Bruder, den er nicht hat, er möchte Antons Leben haben, er möchte Anton sein. Doch Gustavs Mutter ist diese Freundschaft ein Dorn im Auge, weil sie der Meinung ist, dass Gustavs Vater wegen der Juden gestorben ist. Da gibt es allerdings so einiges, was sie nicht weiß – und was auch Gustav erst viele Jahre später herausfindet.

Und damit fing es an von Rose Tremain ist ein Buch, bei dem ich nicht recht weiß, was ich davon halten soll. Wir haben ein paar Stunden miteinander verbracht, wir haben uns näher kennengelernt, doch als unsere gemeinsame Zeit vorbei ist, kann ich das Gefühl, das bleibt, nicht genau bestimmen. Vielleicht, weil es mehrere verschiedene Gefühle waren, die dieser Roman in mir ausgelöst hat. Zuallererst war da das Mitleid. Der erste Teil des Buchs, in dem Gustav ein kleiner Junge ist, ging mir richtig an die Nieren. Er hat kein Spielzeug, kein einziges Buch, er muss in der Kirche putzen und ist der Willkür seiner Mutter, die über seinen Kopf weg entscheidet, ausgeliefert, und als sie einmal für Wochen ins Krankenhaus muss, ist er auf sich gestellt und verhungert beinahe. Warum sie ihm ständig das Gefühl gibt, ungewollt zu sein, erklärt der zweite Teil, eine Rückblende, in der es um Gustavs verstorbenen Vater geht. Die Ehe war nicht so, wie Gustavs Mutter sie im Nachhinein dargestellt hat, und auch die Geschichte mit den Juden ist nur halb wahr. Hier spüre ich ein gewisses Feuer im Buch, sprühenden Ideenreichtum, den Funken der Originalität, und da ich es sehr gern mag, wenn offene Fragen beantwortet werden, fühle ich Zufriedenheit. Die kippt dann jedoch in Ärger um. Denn das Ende des Romans ist seltsam bitter, süß zugleich, allzu erwartbar und hohl wie alle Dinge im Leben, die einfach zu spät kommen: Irgendwann kann das Gute das Schlechte nicht mehr aufwiegen.

Ich kenne Rose Tremain von ihrem wunderbaren Buch Der weite Weg nachhause aus dem Jahr 2010. Daran reicht Und damit fing es an für mich nicht heran. Aber: Der kleine Gustav ist einer, den man einfach mögen muss. Mit dem man gehen, den man an der Hand nehmen und dem man helfen will. Er ist die Hauptfigur dieses Romans, er ist ein Grund, ihn zu lesen. Der andere ist Rose Tremains Sprache. Mit meisterhafter Lässigkeit geht sie damit um, nie wirkt ihr Schreiben sperrig, sie benutzt nicht zu viele Wörter und nicht zu wenig, sie fängt Gustavs Verzweiflung derart gut ein, dass sie einen aus dem Buch heraus packt und würgt. Dies ist ein facettenreicher Roman über Freundschaft, über Liebe und Untreue, über Musik, falsche Entscheidungen und die Tatsache, dass man manchmal im Leben einen Menschen trifft, von dem man nie wieder loskommt.

Und damit fing es an von Rose Tremain ist erschienen im Insel Verlag (ISBN 978-3-458-17684-8, 333 Seiten, 22 Euro). Hier könnt ihr euch den Buchtrailer anschauen, und hier findet ihr eine schöne Besprechung von Herzpotenzial.