Bücherwurmloch

Was ist dein Lieblingsbuch 2010?
Das Jahr geht zu Ende! Zeit für ein Fazit: ein literarisch-leserisches. Welches Buch hat euch 2010 beeindruckt, berührt und begeistert? Was ist euer diesjähriger Favorit? Ich bin gespannt und neugierig auf die Bücher, die sich euch ins Herz geschlichen haben!

Gerade habe ich schon herumposaunt, dass ich 105 Bücher gelesen habe (ich kann es noch immer kaum glauben!), aber als leidenschaftliche Sammellistenschreiberin muss ich natürlich auch die besten der Besten auflisten. 15 Gustostückerl habe ich in diesem Jahr mit 5 Punkten bewertet. Das sind meine Lieblingsbücher 2010 (die Reihung dürft ihr auch ein bisschen als Reihung verstehen):

1. Chris Cleave: Little Bee
2. David Benioff: Stadt der Diebe
3. Colum McCann: Zoli
4. Jan Christophersen: Schneetage
5. Carla Guelfenbein: Der Rest ist Schweigen
6. Daniel Alarcón: Lost City Radio
7. Markus Zusak: The book thief
8. Per Petterson: Ich verfluche den Fluss der Zeit
9. Milena Agus: Die Flügel meines Vaters
10. Rose Tremain: Der weite Weg nach hause
11. Edward Carey: Alva & Irva
12. Jón Kalman Stefánsson: Das Licht auf den Bergen
13. Ruth Cerha: Kopf aus den Wolken
14. Amanda Shters: Die Geisterstraße
15. Elisabeth Rank: Im Zweifel für dich selbst

Auf ein gutes neues prall mit Büchern gefülltes Jahr!

Bücherwurmloch

Das Jahr der 105 Bücher
Rekorde sind ja da, um gebrochen zu werden. Vor allem die persönlichen. Und in diesem Jahr habe ich mich selbst übertroffen: Auf immerhin 82 Bücher hatte ich es im Jahr 2004  (der Beginn der Auflistung) und im Jahr 2009 gebracht, diesmal sind ganze 105 durch meinen Bücherwurmmagen gewandert. Alle ausgelesen selbstverständlich. Viele haben gemundet, andere sind mir eher sauer aufgestoßen. Alles in allem war es ein wunderbar lesereiches Jahr!

Und da ich Anfang 2010 bei Karla von ihrem Vorsatz gelesen habe, beim Seitenzählwettbewerb mitzumachen und 50.000 Leseseiten zu schaffen, habe ich heuer nicht nur die verspeisten Bücher, sondern auch ihre Seiten gezählt: Zusammen ergeben die 105 Bücher 29.777 Seiten. Das ist viel. Finde ich. Und ich frage mich, ob und wie Karla es geschafft hat, tatsächlich 50.000 zu lesen! Falls es ihr gelungen ist, Respekt. Ich bin aber mit meiner Anzahl durchaus zufrieden. Und fürchte, dass ich das in den nächsten Jahren nicht werde toppen können …

Momentan habe ich ja nicht mal zum Bloggen Zeit. Der Grund dafür ist ein sehr lebhafter, der am 15. November zur Welt gekommen ist und mich Tag und Nacht beschäftigt! Deshalb sind schlimmerweise noch 14 gelesene Bücher zum Rezensieren ausständig. Ich hoffe, ich kann den Stapel nach und nach abarbeiten:

Joyce Carol Oates: Nach dem Unglück schwang ich mich auf, breitete meine Flügel aus und flog davon
Manfred Baumann: Jedermanntod
Hideo Okuda: Die seltsamen Methoden des Dr. Irabu
Claire Kilroy: All names have been changed
Izzet Celasin: Schwarzer Himmel, schwarzes Meer
Jan Christophersen: Schneetage
Aline Sax: Eine Welt dazwischen
Mohammed Hanif: A case of exploding mangoes
Ruth Cerha: Kopf aus den Wolken
Liz Jensen: My little dirty book of stolen time
Alice Greenway: White ghost girls
Martin Suter: Ein perfekter Freund
Steven Toltz: A fraction of the whole
Angelika Overath: Alle Farben des Schnees

Bücherwurmloch

Wer hat einen Lesetipp für mich?
Es ist ein ganz dramatischer Moment für einen Bücherwurm: Wenn man merkt, dass der Lesestoff im SuB zur Neige geht. Was natürlich nur bedeutet, dass immer noch mindestens zehn Bücher zur Auswahl stehen. Da fangen die Hände an zu zittern. Das Atmen fällt schwer. Und Panik ist im Anmarsch. Wie bei einem Raucher, der nur noch drei Nikotinlieferanten in der Packung hat – er wird wahrscheinlich auch beginnen, sich nach einem Automaten oder Trafikanten umzusehen. Deshalb war ich heute in der Buchhandlung. Allein: Gefunden hab ich nichts. Was da in den Regalen stand, kannte ich entweder schon oder hat mein Interesse nicht geweckt. Schließlich bin ich schon lange süchtig und brauche den besonderen Kick, neu muss mein Stoff sein, anders, aufregend, von ausgezeichneter Qualität. Ich hoffe auf euer Dealer-Insiderwissen. Rettet mich mit ein paar Empfehlungen aus der Misere, bitte!

Bücherwurmloch

Eine kleine, aber feine Auszeichnung …
… hat mir Ada mit dem Blog-Award verliehen. Vielen Dank dafür! Ich freue mich, dass ich in der virtuellen Welt der Bücherblogger freundlich gesinnten Anschluss mit gutem Lesegeschmack gefunden habe. Deshalb reiche ich den Blog-Award gleich weiter an 10 Bücher-Blogs, die ich gern besuche:


Ein Buch muss die Axt sein
Buchkolumne
aus.gelesen
Bibliophilin
Klappentexterin
Blücher
Gedankenspinner
Das Literaturblog
Libromanie
Read that

Bücherwurmloch

Meine allerersten Rezensionsexemplare sind eingetroffen!
Es gibt ja für einen Bücherwurm kaum was Schöneres als Büchersendungen. Deshalb waren die letzten drei Tage für mich absolute Freudentage: Gleich fünf Rezensionsexemplare sind in meinem Postkasten gelandet. Nach knapp einem Jahr Bloggerei habe ich es gewagt, freundlich bei den Verlagen anzuklopfen und um Leseexemplare zu bitten. Und siehe da: Einige Verlagshäuser haben prompt zugestimmt, mich mit Lesestoff zu versorgen. Ich grinse glücklich und freue mich über:

Was niemand sah von Eli Gottlieb (Droemer Knaur)
Ich schlage vor, dass wir uns küssen von Rayk Wieland (Verlag Antje Kunstmann)
Zwei schwarze Jäger von Brigitte Kronauer (Klett-Cotta)
Unter diesem Einfluss von Henning Kober (S. Fischer)
Der Rest ist Schweigen von Carla Guelfenbein (S. Fischer)

Und das Beste ist: Wie per Mail versprochen, kommt da noch mehr!

Und da kam auch noch was (am 26. August):
Gasthauskind von Ingried Wohllaib (Piper)
Stillborn von Michael Stavaric (dtv)
und
Solar von Ian McEwan (Diogenes)
nämlich!

Und nun ist der Reigen vollständig:
Blut im Wasser von Alexander Schimmelbusch (Blumenbar)
Am Ende eines Sommers von Isabel Ashdown (Eichborn)
Wunder und Legenden aus meinem Land im Krieg von Richard Morgiève (Ullstein)
Der Vogel, der spazieren ging von Martin Kluger (Dumont)
Menschen aus Papier von Salvador Plascencia (Edition Nautilus)
Lost City Radio von David Alarcón (Wagenbach)

Bücherwurmloch

Neu entdeckt: www.vorablesen.de

Vom Ullstein Verlag kam der Tipp für vorablesen.de: Hier können sich Blogger Leseproben neu erscheinender Bücher runterladen, eine Meldung zum ersten Leseeindruck verfassen und das Buch dann mit ein bisschen Glück gewinnen. An sich eine grandiose Idee, nimmt doch die Zahl der Hobbyrezensenten stetig zu – das Kontingent der Rezensionsexemplare, das die Verlage zur Verfügung haben, bleibt aber vermutlich gleich (klein). Im Moment befindet sich in der Liste von vorablesen.de noch kein Buch, das mich interessiert, die Gesamtübersicht verrät mir aber, dass da immer mal wieder ein paar Schmankerl dabei sind. Deshalb werde ich die Bücherwurmaugen offen halten und diese neu entdeckte Seite beobachten! Wo mir das Glück ja schon einmal hold war und ich gerade ein Buch gewonnen habe.

Bücherwurmloch

Hurra: So startet das Bücherwurmloch ins Jahr 2010.

Das Christkind war brav und hat mich mit dem (gewünschten) Lesestoff versorgt. Und ein Abstecher zum Remittendenwühltisch von Jokers hat dafür gesorgt, dass mein SuB nicht unter 20 Bücher fällt. Ich bekäme ja sonst Mangelerscheinungen …

Aufs Gelesenwerden warten demnach neuerdings:

Rose Tremain: Der weite Weg nach hause
Clemens J. Setz: Die Frequenzen
Stewart O’Nan: Alle, alle lieben dich
Sadie Jones: Der Außenseiter
William Kowalski: Eddies Bastard
Arthur Philipps: Angelica
Robert Schneider: Die Offenbarung
Michael Wallner: Zwischen den Gezeiten
Rainer Braune: Die Krokodilfärberei
Edward Carey: Alva und Irva
F. Scott Fitzgerald: The Great Gatsby

Und los geht’s!

Bücherwurmloch

Das Jahr 2009 in Büchern
In diesem Jahr hab ich es zum ersten Mal seit 2004 – seit ich angefangen habe, mein schlaues Bücherbuch zu führen – geschafft, erneut mehr als 80 Bücher zu verspeisen. Einige davon haben eher für literarischen Durchfall gesorgt, andere für ein angenehmes Wohlgefühl im Bauch. Was war euer Highlight des Jahres? Welches Buch hat euch besonders gut gefallen und warum? Ich freue mich auf Tipps, Kommentare und Empfehlungen!

Hier die Zusammenfassung meiner Schmankerln von heuer. Besonders begeistert haben mich
Julia Franck mit Die Mittagsfrau (was bereits für eine Diskussion gesorgt hat),
Per Petersons Im Kielwasser (ich bin ein großer Fan von Peterson und werde auch das neue lesen),
Elternland von Aharon Appelfeld (auch wenn heuer fast schon wieder ein Overkill an Holocaust-Büchern vorherrschte),
der junge fesche Paolo Giordano mit Die Einsamkeit der Primzahlen (mal sehen, was da noch kommt von diesem bemerkenswerten Autor!),
Anne Enright mit The Gathering (allerdings eine Einzeltat, wunderbar und ausreichend)
und Zsuzsa Bánks Der Schwimmer (was meine Vorliebe fürs Melancholische erneut bestätigt).

Erwähnt werden sollen aber auch jene Bücher, die immerhin vier von füng Punkten ergattern konnten und die ich durchaus empfehlen kann:
Im Rausch der Stille von Albert Sánchez Pinol (beeindruckend gruselig),
Craig Clevenger mit Der geniale Mister Fletcher (originelle Story),
Nicholas Christophers Eine Reise zu den Sternen (wunderbarer Schmöker!),
Die Frau im Mond von Milena Agus (klein, aber fein),
Warten auf die Sonne von Hitonari Tsuji (japanische Literatur at its best),
Carlos Ruiz Záfon mit seinem Zweitling Das Spiel des Engels (gut gemacht),
Eliott Pattisons The Prayer of the Dragon (einer meiner liebsten Autoren),
Elizabeth George mit Doch die Sünde ist scharlachrot (wenn schon Krimi, dann nur von ihr),
Vernimm mein Flehen von Ann-Marie MacDonald (der Überraschungshit des Jahres),
Steven Galloway mit The Cellist of Sarajevo (bedrückend und beeindruckend),
Brave New World von Aldous Huxley (ein Klassiker, den man doch gelesen haben sollte),
Winter in Maine von Gerard Donovan (eines der besten Bücher des Jahres),
Siri Hustvedt mit The Sorrows of an American (wobei es jetzt aber für mich reicht mit Siri),
Meg Mullins mit Der Teppichhändler (ein unerwarteter Genuss),
John Irving mit Until I find you (und ich werde weiterhin Irving-Fan bleiben),
Eros von Helmut Krausser (sehr empfehlenswert!),
Die Wasser des Bosporus von Alan Drews (unvermutet interessant),
Das Löwenmädchen von Erik Fosnes Hansen (eine originelle Geschichte),
Tim Parks mit Cleaver (wunderbar bissig und zynisch),
Sándor Márai mit Die Glut (auf Sándor ist eben Verlass),
Die Fremde von Magdalena Felixa (völlig unbekannt, aber umso mehr lesenswert).

Das waren die kulinarischen Leckerbissen aus meiner Menüzusammenstellung des Jahres 2009 … nun bleibt Platz für alles, was euch heuer gemundet hat!

Bücherwurmloch, Für Gourmets: 5 Sterne

41HwsZHEMWL__SL500_AA240_Meine sprachwissenschaftliche Diplomarbeit wurde soeben im VDM Verlag veröffentlicht.

Der Witz als Tabubruch. Eine linguistische Untersuchung im Sinnbezirk der Sexualität gibt es ab sofort in allen Onlineshops zu kaufen! Zum Beispiel bei Amazon.

Worum es geht? Um dreckige Witze, Tabus, Euphemismen, Humor und Sigmund Freud. Oder genauer gesagt:

Mummy, Mummy, the dog is fucking! Then look away! But it hurts!
Schockierend oder witzig? Es gibt Witze, die gehen unter die Gürtellinie und unter die Haut. Sie sind grausam, provokant, ekelhaft und abstoßend. Sie brechen Tabus. Nichts, aber auch wirklich gar nichts ist heilig, tabuisiert oder eklig genug, dass niemand sich darüber lustig macht. Es ist das Andere, das Extreme, das der Witz sucht: Im Bereich der Sexualität thematisiert er das Abartige wie Inzest, Pädophilie oder Nekrophilie. Wie aber ist das möglich? Wie kann es sein, dass der Witz zur Sprache bringt, was man nicht sagt ? Es erscheint auf den ersten Blick widersprüchlich, dass der Witz Themen verlachen darf, über die wir nicht einmal sprechen. Was hinter dem dreckigen Lachen steckt, versucht dieses Buch aufzudecken: durch Einblicke in die Funktionsweise von Tabus und Euphemismen, die Erkenntnis, dass Humor und Lachen für den Menschen überlebensnotwendig sind, und schließlich durch die sprachwissenschaftliche Analyse tabubrechender Witze. Eine interessante Reise durch die Abgründe des menschlichen Humors.