Bücherwurmloch

In English, please: Die 40 coolsten englischen Bücher in meinem Regal

FullSizeRenderAm Anfang war Arundhati
Als ich fünfzehn Jahre alt war, musste ich für den Schulunterricht zum ersten Mal ein komplettes Buch auf Englisch lesen und darüber ein Referat halten. Und zwar – wie meine Lehrerin immer sagte, wenn im Unterricht jemand Deutsch sprach: „In English, please!“ Meine Wahl fiel auf The God of Small Things von Arundhati Roy, und ich wusste nicht, was ich mit dieser Entscheidung auslöste. Denn das Buch hat mich aufgewühlt wie nichts zuvor. Es wurde eines der wichtigsten Bücher meines Lebens. Man muss bedenken: Bis dahin hatte ich vor allem VIEL gelesen und reichlich wahllos, Hanni und Nanni und Die fünf Freunde, Astrid Lindgren und Michael Ende, später alles von Wolfgang Hohlbein und Steven King, außerdem hatte ich mit dreizehn eine große Vorliebe für Biografien. Aber „echte“ Literatur? Das war mein erstes Mal. Ich habe mir seitenweise Sätze aus diesem Buch aufgeschrieben, ich hab mir sogar von meinem spärlichen Taschengeld die deutsche Ausgabe gekauft, um alles, wirklich alles zu verstehen. Und habe dabei gemerkt, wie Übersetzer arbeiten, wie sie einen Roman in einer anderen Sprache neu zusammensetzen, wie sie manche Dinge perfekt transportieren und andere verlieren. Damals hab ich mir geschworen: Wann ich immer ich kann, werde ich Bücher im englischen Original lesen.

Daran hab ich mich besonders in meinen Zwanzigern gehalten, oft habe ich nur auf Englisch und – weil ich das an der Uni studiert habe – Italienisch gelesen. Ich hatte zudem wenig Geld, und fast immer war das Taschenbuch des englischen Originals, das es zum Erscheinen eines deutschen Hardcovers bereits gab, günstiger. In letzter Zeit mehren sich die deutschen Bücher in meiner Umgebung, was vor allem am Bloggen und den Rezensionsexemplaren liegt, die ich bekomme. Nach wie vor liebe ich jedoch english books und lese sie heute vor allem deshalb, um die Sprache nicht gänzlich zu verlernen und nur noch als Denglisch zu gebrauchen. Also habe ich den Blick durch mein Regal schweifen lassen, um euch die coolsten englischen Bücher, die ich heute noch besitze, vorzustellen. Da ich im Gegensatz zu den meisten Bloggern nicht über eine gigantische Bibliothek verfüge, sondern nur 300 Bücher habe, war das gut möglich. The God of Small Things gehört zu den wenigen Romanen, die ich von damals behalten habe.

Ladies and Gentlemen: Here we go!

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Mit Angela’s Ashes ging es sozusagen weiter: Als ich sechzehn war, verbrachten wir mit der Schule zehn Tage in Cambridge, wo ich mir das berühmte Buch von Frank McCourt gekauft hab. Ich hab aufgrund des irischen Einschlags sehr damit gekämpft, aber es hat mich auch wahnsinnig berührt. Ebenfalls unglaublich gut: The Book Thief von Markus Zusak. Und Micheal Cunningham? Sollte man gelesen haben.
Manche von euch kennen vielleicht den Film mit Brad Pitt als Benjamin Button. Er beruht auf einem Roman mit dem Titel The confessions of Max Tivoli von Andrew Sean Greer. Mit Sicherheit weniger bekannt: The language of flowers von Vanessa Diffenbaugh, das viel besser ist, als das Cover erahnen lässt, und The obscure logic of the heart von Priya Basil. Ausgezeichnet dagegen ist Olive Kitteridge von Elizabeth Strout, ein sagenhaft guter Roman, für den sie den Pulitzer Preis bekommen hat.

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Eine Weile war ich ein Riesenfan von Eliot Pattison und habe JEDEN seiner fantastischen Tibet-Thriller verschlungen. Ebenfalls absolut lesenswert: Ann Packer und Siri Hustvedt. Ein besonderes Vergnügen ist der bitterböse, herrlich sarkastische Roman Where’d you go, Bernadette von Maria Semple. A good read ist auch Water for elephants von Sara Gruen, das 2011 mit Reese Witherspoon, Robert Pattison und Christopher Waltz verfilmt wurde.

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Ein Must Read: Extremely loud and incredibly close von Jonathan Safran Foer, viel besser im Original. Ein wenig freaky ist The Age of Miracles von Karen Thompson Walker, in dessen Mittelpunkt ein Katastrophenszenario steht: Die Erde dreht sich immer langsamer. Ebenso ungewöhnlich ist A Lady Cyclist’s Guide to Kashgar von Suzanne Johnson.

Oh! Ein weiteres Lieblingsbuch: Life of Pi von Yann Martel. Ein RomIMG_2497an, von dem ich sagen kann: Ich war nicht mehr dieselbe, nachdem ich ihn gelesen hatte. Fast schon ein Klassiker: The Upright Piano Player von David Abbott. Sehr poetisch und wunderschön ist White Ghost Girls von Alice Greenway.

Jetzt komme ich ins Schwärmen, ich sag’s euch gleich. Lovely Bones von Alice Sebold, uralt, aber ein Hammer von einem Buch, Mister Pip von Lloyd Jones, so beeindruckend lebensklug, The White Tiger von Aravind Adiga, besser als jede Geschichtsstunde, Cleaver von Tim Parks, scharfzüngig und böse, The Long Song von Andrea Levy, so grausam und traurig, und Five Bells von Gail Jones, träumerisch und melodisch.

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Weiter geht’s mit der illustren Runde: Im Jahr 2010 war Little Bee von Chris Cleave das beste Buch, das ich gelesen habe. Und bei The Kite Runner von Khaleid Hosseini hab ich geweint. Schaurig und intensiv ist The Burial Rites von Hannah Kent, und mitten ins Herz schneidet We are all completely beside ourselves von Karen Thompson Walker.

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JOHN IRVING! Es geht nicht anders, ich muss seinen Namen groß schreiben. Ich hab ihn so geliebt, viele Jahre lang. Als ich etwa siebzehn war, hab ich seine Romane verschlungen und mit ihnen eine neue literarische Welt entdeckt, voller Feinsinn und Witz. A Prayer for Owen Meany gehört für mich zu seinen besten Büchern, aber da gibt es natürlich zahlreiche. The Gathering von Anne Enright ist rasend gut geschrieben, genau wie The History of Love von Nicole Krauss. Aufwühlend und brutal ist The Narrow Road to the Deep North von Richard Flanagan.

Zum Schluss die Klassiker oder das, wasIMG_2501 ihnen am nächsten kommt. Die kennt ihr mit Sicherheit alle: The old man and the seaBrideshead RevisitedDead Poets Society, Forrest Gump, 1984, Brave New World und The Great Gatsby. Es gäbe natürlich noch Tausende mehr (und einige davon hab ich auch gelesen), aber nun ja: There’s no room for all of them. In diesem Sinne: Vielleicht ist ja bei meinem Best of was dabei, das euer Interesse geweckt habt (und vermutlich gibt es davon auch eine deutsche Übersetzung, falls euch die lieber ist). Have fun and keep on reading!

 

3 Comments

  1. Hi There,
    Super schöne Liste, einer meiner Favoriten ist der Klassiker the Great Gatsby, sowie The Kite Runner. Als Kind habe ich To kill a Mockingbird gelesen, die mein Leben verändert hat.

    Vor ein paar Wochen las ich es noch einmal, aber diesmal nicht als Hardcopy, aber nach einer langen Zeit des Lesens von Online-Rezensionen auf meinem Tolino. Es hat nicht den süßen Buchgeruch, aber ich kann dieses Buch überall mit mir nehmen. Aber wie jancak gesagt hat, diese Thread wirklich zu dem Wlttag des Buches passt :)

    Cheers,

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