Für Gourmets: 5 Sterne

J. J. Abrams & Doug Dorst: Das Schiff des Theseus – Das große „S“-Special im Bücherwurmloch Teil 2

Ich kann das auch. Nur längst nicht so gut …

Ich hab mir überlegt: Für Schiff des Theseus muss ich eine Rezension schreiben, die das Besondere an diesem Buch hervorhebt. Und zwar in ihrer Form. Ich bin so alt, dass ich nicht als Digital Native gelte und noch Handschrift beherrsche, nur verstellen kann ich diese Handschrift nicht gut. Aber hej – immerhin hab ich verschiedene Farben verwendet! Okay, ja, ich hätte eine zweite Person gebraucht, die das Buch auch gelesen hat (und eine ordentliche Kamera), aber ich hab hier keine, also ist diese Rezension quasi ein Gespräch mit den Stimmen in meinem Kopf. Natürlich sieht mein Versuch im Vergleich zum Buch aus, als hätte ein Kleinkind ein Bild von Monet nachgemalt. Seid nachsichtig! Bei Kleinkindern drückt man ja auch beide Augen zu und lobt sie dafür, dass sie sich Mühe gegeben haben. Und außerdem habt ihr dadurch was zu lachen, das kann man ja immer brauchen. Was ich über Schiff des Theseus denke, das steht hier:

thumb_IMG_6197_1024

Der schwarze Erzählstrang ist sozusagen meine Hauptgeschichte:

thumb_IMG_6220_1024

Diese Hauptgeschichte wurde zum Teil recht negativ kommentiert. Wie ich sie empfunden habe, seht ihr hier in Blau:

thumb_IMG_6201_1024

Eric ist die Farbe Grün gewidmet, aber Orange quatscht auch ein bisschen rein:

Und Jen ist ganz gendertypisch in Rosa gehalten, ebenfalls mit orangefarbenen Anmerkungen (total meta!):

Die Fußnoten und Codes waren mir ehrlich gesagt zum Teil zu kompliziert, da konnte ich nicht immer mithalten und mitdenken. Man muss wirklich mit viel Aufmerksamkeit am Ball bleiben, um das Buch zu verstehen. Manchmal wusste ich nicht einmal, WIE ich lesen sollte: die Hauptgeschichte zuerst? Oder die Anmerkungen? Die Fußnoten, die beigelegte Postkarte? Und was hatte das alles miteinander zu tun? Gerade diese Herausforderung macht das Leseerlebnis jedoch so einzigartig. Eigentlich stecken da mindestens drei Bücher in einem. Wunderbar fand ich den spritzigen und lebendigen Dialog zwischen Jen und Eric, der einen ganz eigenen Drive bekommt und nicht immer nur harmonisch ist. Dass sich derart viel Handlung nur über Anmerkungen entwickeln kann, hätte ich nicht gedacht. Was letztlich hinter ALLEM steckt, ist keine Überraschung, aber irgendwie doch:

thumb_IMG_6212_1024

Als Fazit bleibt mir über Schiff des Theseus zu sagen:

thumb_IMG_6206_1024

Schiff des Theseus von J. J. Abrams und Doug Dorst ist erschienen im Verlag Kiepenheuer & Witsch (ISBN 978-3-462-04726-4, 45 Euro).

Du hättest auch gern ein Exemplar dieses besonderen Buchs? Dann hinterlass bis Sonntag, 6. Dezember 2015, hier einen Kommentar, um am Gewinnspiel teilzunehmen! Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Und übrigens: Wenn WordPress eure Mail-Adresse kennt bzw. ihr ein Gravatar-Profil habt, werdet ihr aufgefordert, euch anzumelden. Falls ihr das nicht könnt oder wollt, lasst im Kommentarfeld einfach die Mail-Adresse weg, dann klappt es auch so. Ansonsten schickt mir bitte eine Nachricht auf Facebook, ich poste dann euren Kommentar für euch, damit ihr am Gewinnspiel teilnehmen könnt. 

 

0 Comments

  1. Carolin

    Oh was für eine wunderbare Idee! :)
    Das Buch steht definitiv schon seit längerem auf meiner „möchte-ich-haben“-Liste. Deine Rezension hat das noch mal bestärkt! :)

    Reply
  2. Katharina Schenkenbach

    Hi! Ich versuche es nocheinmal, hat vorhin nicht geklappt!
    Danke für diese Rezension, die Lust macht auf das Buch! Klingt spannend! Und auf den Duft nach alten Büchern bin ich wahnsinnig gespannt!
    *Daumendrückung*

    Reply
  3. Claudia Loewe

    Oh, das hast du so wunderbar gemacht! Deine Schrift und die Farben und dieses Idee überhaupt.. ach, sehr schön! (keine Ironie). Alle reden ja gerade von diesem Buch und ja, sowas muss einem auch erstmal alles einfallen. Ich hab mich damit noch gar nicht richtig beschäftigt, aber ich würde es natürlich trotzdem sehr gerne gewinnen, um mal mitreden zu können und weil´s ja auch so originell ist. Nun denn… Liebe Grüße!!

    Reply
    1. Mariki Author

      Oh vielen Dank, das freut mich, ich find’s nämlich voooll peinlich. Aber wie gesagt, ich hab mich immerhin bemüht 😉 Und ein bisserl Selbstironie schadet ja nie. Das Buch ist wirklich, wirklich toll – wenn du es mal in einer Buchhandlung siehst, blättere unbedingt drin und schnuppere dran, es wurde sogar mit „altem Buch“ beduftet!

      Reply
      1. Claudia Loewe

        Waaaas?? Mit altem Duft? Is ja irre. Ich lebe im Wald und komme so gut wie NIE in eine echte Buchhandlung. Aber ich bewundere es gerade oft im Netz :-)

        Reply
  4. Die beste Besprechung, die mir 2015 unter die Augen gekommen ist und dabei habe ich sie noch gar nicht gelesen. Alleine die Idee, dass Grundgerüst, welches das Buch ausmacht auch für die Rezension zu verwenden ist so einleuchtend, wie genial. Wenn ich mir dann noch in Erinnerung rufe, dass du das mit 2 Kids im Haushalt machst, bleibt mir nur noch übrig, den Hut vor dieser Arbeit zu ziehen.
    P.S.: Ich bleib bei der Verlosung immer noch außen vor :-)

    Reply
  5. Waa, das ist ja der Hammer. Voll Mindmap-Style. Schön! Ist es dir denn leicht gefallen, deine Gedanken so zu sortieren? Ich habe gemerkt, dass ich anfange im Job meine Notizen so zu schreiben.

    LG
    loralee

    Reply
  6. Eine großartige Umsetzung einer Rezension. So passend zum Buch, nicht linear das eine, nicht linear das andere. Diesen einen Satz, den Du über das Buch schreibst, der passt natürlich auch zur Rezension:

    „Das muss einem ja auch alles erst mal einfallen.“

    Reply
  7. 00happy

    Kurz und schmerzlos: Klasse Rezension! Da isst sogar das Auge mit :)

    Und Hut ab, ich habe bei mir selbst festgestellt, dass ich echt schreibfaul geworden bin. Handschriftlich sowieso, kann mich gar nicht erinnern, wann ich das letzte Mal einen zusammenhängenden Text per Hand geschrieben habe. Sollte man vielleicht doch ab und an mal wieder machen.. hat einfach was Persönliches und sieht auch noch gut aus. Okay, bei mir erst, wenn ich wieder ein wenig Übung habe :)

    Ich freu mich, dass ich hier gelandet bin!

    Reply
    1. Mariki Author

      Vielen Dank, das ist echt lieb von dir! Ich schreibe tatsächlich jede Rezension noch mit der Hand. In einer Farbe allerdings 😉 Erst später tippe ich sie ab und sortiere dabei meine Gedanken nochmal.

      Reply
  8. Was für eine klasse Besprechung! Erinnert mich ein bisschen an meinen Versuch damals, Tilman Rammstedt zu rezensieren, indem ich schreibe wie Tilman Rammstedt. Leider funktioniert das nicht mit jedem Roman, aber manche inspirieren einen eben doch zu solch wunderbaren Spielereien. Es gibt übrigens – solltest du ihn noch nicht kennen – einen österreichischen Literaturblog, leseloop, der genau das zu seinem Konzept gemacht hat: »Unter “Loops” bzw. “Loopen” verstehe ich eine Rezension, die den Stil des zu rezensierenden Werkes imitiert oder dies so gut es geht versucht.«

    Reply
    1. Mariki Author

      Danke! Das ist lieb von dir, ich hab mich ja schon ein bisschen geschämt 😉
      Den Blog kenne ich, bin mir aber ehrlich gesagt nicht sicher, ob ich ihn mag. Ich schwanke zwischen „coole Idee“ und „irgendwie anmaßend“, wenn du verstehst, was ich meine … Was ich bisher dort gelesen habe, fand ich okay, aber nicht so bemerkenswert, wie ich es mir bei dem Konzept erwartet hätte.

      Reply
      1. Ich verstehe absolut, was du meinst, mir geht es genauso: Es kann immer nur ein Versuch sein, eine Annäherung, keine tatsächliche Imitation. Hinzu kommt, dass so ein Vorhaben – auch jenseits der Fähigkeiten der Rezensentin – unweigerlich an seine Grenzen stößt, denn nicht jeder Stil / jede Erzählstruktur ist auf den ersten Blick so einzigartig, so außergewöhnlich, dass man es sofort benennen und nachahmen könnte. Die allermeisten Romane dürften sich gar nicht hierfür eignen. Das Schiff des Theseus hingegen scheint ja ideal zu sein! 😉

        Reply
        1. Mariki Author

          Ja, und das ist auch schon wieder das beste Beispiel: Im Vergleich ist mein Zettel ja total stümperhaft 😉 Aber ich habe auch gar nicht zum Ziel, das immer so zu machen und mir den Stil des jeweiligen Verfassers für die Besprechung anzueignen … da war jetzt auch eine große Portion Selbstironie dabei.

          Reply
  9. Haha, was für eine kreative Idee, auf diese Art eine Rezension zu dem Buch zu schreiben!
    Bei so vielen Handlungssträngen macht das mit den Farben Sinn. Wie du schon schreibst, scheint Vieles ganz schön kompliziert zu sein und ich habe auch schon gehört, dass manchen die Hauptstory nicht so zusagt. Ohne das Buch gelesen zu haben, vermute ich auch, dass dieser Ruhepol der etwas flach wirkenden Geschichte stilistisch sinnvoll sein wird!

    Liebe Grüße
    Lisi

    Reply
  10. Ronja

    Das muss man erstmal finden, dass sich jemand soviel Mühe mit einer Buchkritik gibt! Find ich super! Sicherlich auch sehr hilfreich, hab jetzt schon öfter gehört wie die kompliziert die Handlung in der Handlung sein soll …

    LG Ronja

    Reply
  11. Hallo Mareike!
    Ich habe ja, seit ich von diesem Buch gehört habe (damals gab es nur die englische Version), schon einige Artikel und Rezensionen zum Thema gelesen, aber Deine gefällt mir um Längen am besten, nicht nur weil Du sie vom Stil her so toll dem Buch angepasst hast.
    Wie gesagt, ich hörte von dem Buch schon, als es gerade im Original erschien und die Zeitspanne zwischen Nicht-wissen-dass-etwas-existiert bis hin zu Das-Objekt-der-Begierde-in-den-Händen-halten war selten so kurz. Womit ich allerdings nie und nimmer gerechnet hätte, ist die Tatsache, dass dieses Meisterwerk auf Deutsch erscheinen würde.
    Nun muss ich allerdings zugeben, dass ich inzwischen sowohl die englische als auch die deutsche Version besitze. Aber: Wenn ich das Glück hätte, in dieser Verlosung zu gewinnen, dann könnte ich dieses Kunstwerk meiner allerliebsten Schwester zu Weihnachten schenken, was ganz fabelhaft wäre. Daher würde ich gerne trotz Mehrfach-Besitz an Deinem Gewinnspiel teilnehmen.

    Beste Grüße
    Olaska / Olaf

    Reply
      1. Ich bin beim ersten Durchgang. Ich habe – inspiriert durch ein Amazon-Review – beschlossen, das Buch in mehreren Durchgängen zu lesen, da sich die Unterhaltung von Jen und Eric ja auch auf mehrere Lesungen bezieht.
        1. Durchgang: „Das Schiff des Theseus“ mit Fußnoten aber ohne Randnotizen.
        2. Durchgang: Mit den ersten Bleistiftnotizen von Eric.
        3. Durchgang: Jens (Blau) und Erics (Schwarz) erste Unterhaltung.
        4. Durchgang: Nächste Zeitebene (Jen: Orange – Eric: Grün).
        5. Durchgang: Die dritte Lesung von Jen (Violett) und Eric (Rot).
        6. Durchgang: Die Rückbetrachtung der beiden (Schwarz).
        Zwischendurch werden natürlich, wenn es erforderlich ist, die Beilagen mit einbezogen (bis jetzt habe ich es tunlichst vermieden, mir auch nur eine Beilage genauer anzuschauen – no spoilers :D).
        Das Ganze ist natürlich sehr zeitaufwendig und meine Disziplin wird sowohl bei Beilagen als auch bei den Randnotizen auf eine harte Probe gestellt, aber ich bin der Meinung, dass dieses Kunstwerk das wert ist.

        Reply
  12. Michael Schäfer

    Dieses Buch habe ich auch schon lange auf der Wunschliste. Bisher war es mir zu kompliziert und zu teuer. Der Aufwand, dieses Buch zu gestalten, rechtfertigt aber den Preis. Jetzt bin ich aber so neugierig, das ich das Gewinnspiel kaum abwarten kann. Ansonsten ist es ein Weihnachtsgeschenk für mich selbst 😉

    Reply
  13. Dankeschön für diese außergewöhnliche und wirklich gut gelungene Rezension! Ich brauche noch ein wenig um mich ganz zurecht zu finden, aber es ist toll und gleich eine EInstimmung auf das Buch selbst. :)

    Reply

Kommentar verfassen