Gut und sättigend: 3 Sterne, Snacks für zwischendurch

Antje Rávic Strubel: Sturz der Tage in die Nacht

StrubelSnack für zwischendurch – Kurzrezension

Worum geht‘s?
Um Erik, den „Jungen“, der den Sommer auf einer winzigen Insel in der Ostsee verbringt, weil er fasziniert ist von der Ornithologin Inez. Um Inez, die so alt ist, dass sie Eriks Mutter sein könnte, die sich aber trotzdem einlässt auf die körperliche Anziehung zwischen den beiden. Um Rainer Feldberg, der auf der Insel Unruhe stiftet und den Inez aus einer lang vergangenen Zeit kennt – einer Zeit, in der die DDR noch bestand. Und um Felix Ton, der die Verbindung darstellt zwischen all den anderen Figuren.

Hat’s gemundet?

Schwer zu sagen. Dieses Buch ist sehr poetisch, sprachlich anspruchsvoll, inhaltlich interessant – und hinterlässt bei mir einen sehr üblen Nachgeschmack. Allerdings kann ich nicht verraten, warum, ohne zu spoilern. Nur so viel: Ich bin offenbar nicht freigeistig genug, um eine bestimmte Wendung in der Geschichte nicht als widernatürlich zu empfinden, und das Verhalten der Protagonisten übersteigt in diesem Punkt mein Verständnis. Schlimmer ist noch, dass dies mir das gesamte Buch vergällt, obwohl es mir zu Beginn eigentlich ausgezeichnet gefallen hat. Ich habe aber auch ein Problem mit allzu absurden „Zufällen“ in Romanen, die mir, da sie ja konstruiert sind, nicht als Zufälle eingehen wollen. Von diesem Buch bin ich abgestoßen und angeekelt, muss aber zugeben, dass es trotzdem sehr gut ist.

Wer soll’s lesen?
Wer sich traut.

0 Comments

  1. Oje, ich habe es noch hier liegen und möchte es schon seit Ewigkeiten unbedingt lesen, greife dann aber doch immer wieder zu einem anderen Buch. Weiß mein Unterbewusstsein, dass es nicht gänzlich beglückt sein wird von dem Roman? Wie dem auch sei, ich bin gespannt auf die Lektüre. Und berichte dann natürlich.

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