Netter Versuch: 2 Sterne

Mohammed Hanif: A case of exploding mangoes

Eine Bombe, ein Soldat und jede Menge Politik
Es ist etwas faul im Staate Pakistan: Der Diktator General Zia soll gestürzt werden, seine Getreuen schmieden ein Komplott. Ganz persönliche Gründe, den korangläubigen General Zia zu beseitigen, hat der junge Soldat Ali Shigri. Er ist der Sohn des berühmten Colonel Shigri, der eines mysteriösen Todes gestorben ist – und den Ali rächen will. Eine spezielle Freundschaft verbindet ihn mit seinem Kollegen Obaid. Als dieser überraschend aus der Kaserne verschwindet, wird Ali von den Befehlshabern verhaftet und gefoltert, er gerät mitten hinein in politische Machenschaften, in deren Zentrum eine Flugzeugbombe steht – oder ist Ali doch nicht so unbeteiligt, wie es scheint?

Ich finde lange nicht hinein in dieses Buch – oder womöglich gelingt es mir nie, denn auch am Ende ist mir der Zugang versperrt zu A case of exploding mangoes, das für so viel Aufsehen in der Szene gesorgt und gute Kritiken bekommen hat. Anfangs verwirren mich die vielen Namen und militärischen Rangbezeichnungen, auch erschwert es mir das Verständnis, dass die Handlung sozusagen von hinten aufgezäunt wird. Die Flugzeugbombe bzw. deren Explosion steht sowohl am Anfang als auch am Ende des Romans, dazwischen entfalten sich die Ereignisse, die zum Tod der Regierungselite Pakistans geführt haben. Das große Manko daran: Der Schluss hält nichts Überraschendes mehr bereit, ein Aha-Erlebnis bleibt aus. Worum geht es also in diesem Buch? Um Meinungsfreiheit in einer Diktatur, um Machtgeilheit, Militärwillkür, um Folter und um Rache. Der Ton des Ich-Erzählers Ali ist spöttisch und distanziert, der vermeintliche Humor hinter den Geschehnissen trifft bei mir jedoch nicht ins Schwarze. Ich amüsiere mich durchaus zeitweise über den höhnischen Sarkasmus, insgesamt ist mir das Buch aber zu lahmarschig und uninteressant. Ich habe mir wirklich Mühe gegeben, mich einzulassen auf diese Satire über eine Militärdiktatur, aber gelungen ist es mir nicht. Mehr als ein gleichgültiges Schulterzucken ist nicht geblieben.

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3 Comments

  1. Genauso ist es mir auch gegangen, bin ich froh, dass ich nicht die einzige bin, der es so ergangen ist. Ich habe keinen Zugang gefunden, wollte es immer wieder bei Seite legen. Letztendlich habe ich es doch zuende gelesen, aber hängen geblieben ist nichts.

    Viele Grüße,
    Kaja

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  2. Mariki Author

    Da bin ich jetzt direkt erleichtert, ich hab schon befürchtet, wieder geschimpft zu werden, dass ich so kritisch bin 😉 Komisch nur, dass alle so schwärmen von diesem Buch!

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  3. mmmh, verstehe dich sehr gut. beides ist mir bei zweien der letzten bücher passiert: nicht hineingefunden und die positive resonanz nicht nachempfunden.

    mut, gegen den strom lobender rezensionen anzuschreiben, ist wichtig :-)

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